Energieverbrauch steigt laut OPEC bis 2040 um 40 Prozent

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Ein Großteil der Verbrauchssteigerung entfällt auf Entwicklungsländer
Ein Großteil der Verbrauchssteigerung entfällt auf Entwicklungsländer - © APA (AFP)
Bis zum Jahr 2040 wird die Weltbevölkerung um 1,8 Milliarden auf mehr als 9 Milliarden Menschen anwachsen und der Energieverbrauch um 40 Prozent höher sein als heute – das geht aus dem aktuellen “World Oil Outlook” (WOO) der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Öl und Gas werden immer noch eine zentrale Rolle spielen, sagen die Förderländer.

Auf 382 Millionen boe/d (Barrel Öl-Äquivalente pro Tag) soll der Primärenergiebedarf im Zeitraum bis 2040 steigen, schätzt die OPEC und hat damit ihre Erwartungen gegenüber früheren Prognosen leicht zurückgenommen. Ein Großteil der Verbrauchssteigerung wird auf die Entwicklungsländer entfallen, mit einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 2,1 Prozent.

Für die Verbrauchszunahme werden nach Ansicht der Experten vor allem der Straßenverkehr, die Petrochemie-Industrie und die Luftfahrt verantwortlich sein. So soll sich die Anzahl der Pkw bis 2040 auf 2,1 Milliarden verdoppeln, und vier Fünftel dieser Autos werden immer noch Benzin und Diesel verbrennen – derzeit sind es 97 Prozent. Von den mehr als zwei Milliarden Pkw werden nur 141 Millionen Elektroautos sein.

Um ihre eigene Zukunft machen sich die Ölförderländer für die absehbare Zeit wenig Sorgen. Sie gehen davon aus, dass auch in mehr als zwei Jahrzehnten über die Hälfte des weltweiten Primärenergiebedarfs mit Erdöl oder Erdgas gedeckt wird, wobei es eine Verschiebung von Öl zu Gas geben soll. Öl soll dann einen Anteil von gut 26 Prozent haben (heute rund 31 Prozent), Gas fast 27 Prozent (derzeit 22 Prozent). Der Anteil von Kohle soll von 28 auf 24 Prozent sinken. Biomasse dürfte fast unverändert ein Zehntel des Verbrauchs ausmachen, Wasserkraft ebenso konstant 2,6 Prozent und andere Erneuerbare (Wind, Solar) immer noch nur 4,7 Prozent (derzeit unter 2 Prozent). Die Bedeutung der Atomkraft wird zunehmen, ihr Anteil von 4,8 auf 6,1 Prozent steigen.

Bei ihren Prognosen gehen die OPEC-Ökonomen davon aus, dass die Weltwirtschaft im Zeitraum 2015 bis 2021 um 3,4 Prozent pro Jahr wachsen wird. Vor allem die Erwartungen für China und Lateinamerika wurden gegenüber früheren Prognosen aber leicht zurückgenommen. Für den gesamten Prognosezeitraum bis 2040 wird mit einem globalen jährlichen Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent gerechnet. Die Wirtschaftsleistung der gesamten Welt soll dann 234 Prozent des heutigen Niveaus betragen. Chinas BIP soll schon 2020 größer sein als jenes der USA, Indien dürfte die USA 2040 überholen.

Die weltweite Ölnachfrage soll bis 2021 auf 99,2 mb/d (Millionen Barrel pro Tag) steigen. 2015 wurden im Schnitt 93 mb/d verbraucht. Bis 2040 wird ein Verbrauchsanstieg auf 109,4 mb/d erwartet, wobei der Bedarf der OECD-Länder von 46 auf 37 mb/d sinken soll, jener der Entwicklungsländer aber von 42 auf 66 mb/d steigen.

Der durchschnittliche OPEC-Ölpreis wird für heuer bei rund 40 Dollar (36,16 Euro) pro Fass erwartet. Mittelfristig soll das Preisniveau um 5 Dollar pro Jahr steigen und 2021 bei rund 65 Dollar liegen (inflationsbereinigt 60 Dollar). Bis 2040 erwartet die OPEC einen Anstieg des Ölpreises auf 155 Dollar pro Fass, das würde einem realen Preisanstieg auf 92 Dollar entsprechen.

(APA)

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