Entscheidet das Thema Verkehr die Bürgermeister-Stichwahl in Salzburg?

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Ein gewohntes Bild in der Stadt Salzburg: Stau.
Ein gewohntes Bild in der Stadt Salzburg: Stau. - © APA/BARBARA GINDL
Harald Preuner oder Bernhard Auinger? Die Stadt Salzburg wählt kommenden Sonntag ihren neuen Bürgermeister. Bei Salzburgs wohl prominentestem Problem, dem Verkehr, vertreten die Kandidaten unterschiedliche Lösungsansätze und Standpunkte. Ein Überblick. 

Die überparteiliche Plattform Forum Mobil hat im Vorfeld der Bürgermeisterwahl 15 Fragen rund um das Thema Verkehr in Salzburg an die Kandidaten gestellt. „Aufgrund der Medienberichterstattung, Leserbriefen und vielen Gesprächen mit Interessierten gehen wir davon aus, dass das Verkehrsthema die Wahlentscheidung der Salzburger entscheidend beeinflussen wird“, sagt Peter Haibach, Sprecher des Forum Mobil, am Mittwoch im Gespräch mit SALZBURG24. Die Kandidaten-Befragung sieht er als Entscheidungshilfe. „Jeder soll sich selbst ein Bild davon machen können, wie wer zu bestimmten Verkehrsfragen steht“, so Haibach.

Verkehr: Salzburger wollen Veränderung

Klar ist, dass sich die Mehrheit der Salzburger eine deutliche Veränderung in der Verkehrspolitik wünscht. Und das dürfte inzwischen auch bei der Politik angekommen sein – denn sowohl Harald Preuner (ÖVP) als auch Bernhard Auinger (SPÖ) versprechen Taten, sollten sie am 10. Dezember zum Stadtoberhaupt gewählt werden. „Positiv finde ich zum einen, dass beide Kandidaten den Handlungsbedarf erkannt haben und der Wille zur Veränderung ersichtlich ist. Zum anderen haben beide Kandidaten bereits angekündigt, das Verkehrsproblem nicht im Alleingang der Stadt, sondern gemeinsam mit dem Land Salzburg lösen zu wollen“, fasst Haibach die unterschiedlichen Ansätze zusammen.

Wie zukunftsfähig ist Salzburgs Verkehrspolitik?

Wir haben für euch die zentralsten Fragen und Antworten der beiden Politiker zusammengefasst.

Verkehrsmix in zehn Jahren:

Auinger strebt für 2017 rund 30 Prozent Öffi-Verkehr (ÖPNV), 25 Prozent motorisierter Individualverkehr (MIV), 25 Prozent Radfahrer und 20 Prozent Fußgänger auf Salzburgs Straßen an.

Preuner spricht sich für mehr ÖPNV und mehr Radverkehr aus, will sich aber nicht auf konkrete Zahlen festlegen.

Laut Zahlen des Salzburger Verkehrsverbundes von 2012 besteht das Gesamtverkehrsaufkommen auf Salzburgs Straßen aus rund 15 Prozent öffentlichem Verkehr, 37 Prozent MIV, 20 Prozent Fußgänger und 20 Prozent Radfahrer (die restlichen 8 Prozent  sind Mitfahrer oder sonstige Verkehrsmittel)

Maßnahmen bis 2019:

Preuner will bis zur Gemeinderatswahl 2019 folgende drei Mobilitätsmaßnahmen umsetzen: Verlängerung der Linie 5, Verlängerung der Linie 2 und die Parkraumbewirtschaftung

Auinger verspricht eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung, die Gründung der Planungsgesellschaft SRB und die Verdichtung des Obustaktes.

Wie soll die Parkraumbewirtschaftung erfolgen?

Für Auinger flächendeckend, für Preuner in besonders ausgewiesenen Bereichen.

Mönchsberggarage?

Sowohl Auinger als auch Preuner sprechen sich für die Erweiterung der Mönchsberggarage aus.

Priorität der Stadtregionalbahn:

Die Umsetzung einer Stadtregionalbahn steht für den SPÖ-Kandidaten auf einer Skala von 0 bis 10 an höchster Stelle.

Der ÖVP-Kandidat bewertet die Wichtigkeit eines solchen Verkehrsmittels mit 4 von 10 Punkten.

Tempo80:

Auf die Frage von Forum Mobil, ob sie Tempo80 auf der Stadtautobahn für eine umwelt- und gesundheitspolitisch sinnvolle Maßnahme halten, antworten beide Kandidaten mit Ja.

Gaisberg:

Um die Verkehrsbelastung an schönen Tag auf dem Salzburger Gaisberg etwas einzudämmen, kann sich Harald Preuner eine Zugangsregelung (zum Beispiel Ampelregelung in Guggenthal und im Bereich Mitteregg/Elsbethen) vorstellen.

Bernhard Auinger hingegen ein flexibles Anzeigensystem ab Guggenthal/Elsbethen.

Für einen autofreien Tag am Gaisberg wollen sich beide nicht einsetzen.

Alle weiteren Fragen und ausführlichen Antworten der beiden Kandidaten findet ihr auf Forum Mobil.

Zusammenfassend imponiert Haibach vor allem die ambitionierte Einstellung Auingers zur Errichtung einer Stadtregionalbahn und/oder einer Messestadtbahn. Bei Preuner merke man hingegen deutlich, dass der ÖVP-Kandidat die Autofahrer und die Wirtschaft mit den angepeilten Verkehrslösungen nicht verärgern wolle.

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