Equal Pay Day: Salzburgerinnen arbeiten 91 Tage “gratis”

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Die Einkommensschere ist immer noch weit geöffnet. (Symbolbild)
Die Einkommensschere ist immer noch weit geöffnet. (Symbolbild) - © Bilderbox
Frauen müssen auch im Jahr 2016 statistisch gesehen immer noch länger als Männer arbeiten, um das gleiche Einkommen zu erreichen. Während der österreichweite Equal Pay Day (EPD) am Dienstag stattfand, wird er in der Stadt Salzburg erst am kommenden Montag erreicht. In den Salzburger Bezirken war es allerdings bereits im September soweit.

Ganzjährig vollzeitbeschäftigte Männer kamen in Österreich laut Daten der Statistik Austria zuletzt auf ein Einkommen von 48.863 Euro, Frauen auf 37.935 Euro. Das ist eine Differenz von 10.928 Euro oder 22,4 Prozent weniger. Im Vergleich zu den Vorjahresdaten ist dies eine minimale Verbesserung von 0,07 Prozentpunkten.

Noch 59 Jahre bis zur Einkommensgleichheit

Die Verbesserung in Tagen ist nur bedingt vergleichbar, da 2016 ein Schaltjahr ist. Auch 2015 wurde der Tag der Einkommensgerechtigkeit am 11. Oktober begangen. Angenommen, der Einkommensunterschied schließt sich so langsam wie im Schnitt der letzten fünf Jahre, würde es österreichweit noch 59 Jahre dauern, bis die Einkommen ausgeglichen sind.

 

Salzburgerinnen verdienen 24,7 Prozent weniger

Im Österreichvergleich weist weiterhin Vorarlberg die größte Differenz auf, wo sie fast 14.800 Euro oder 29,7 Prozent beträgt. Der Equal Pay Day wurde im westlichsten Bundesland bereits am 14. September erreicht. In Salzburg betrug der Nachteil für die Frauen 24,7 Prozent. Der Equal Pay Day wurde hier am 2. Oktober begangen. Durchschnittlich müssen die Salzburgerinnen für das gleiche Gehalt um 91 Tage länger arbeiten als ihre männlichen Kollegen.

Während der Einkommensunterschied in der Stadt Salzburg mit 20,7 Prozent (EPD am 17. Oktober) vergleichsweise gering ausfällt, ist er in den Bezirken noch um einiges höher. Im Flachgau beträgt die Differenz 27,9 Prozent (20. September), im Pongau 27,3 Prozent (23. September), im Tennengau 27,2 Prozent (23. September), im Lungau 26,9 Prozent (24. September) und im Pinzgau 25,9 Prozent (28. September).

Frauen stärker in Familienarbeit involviert

Die Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit ist ein wesentlicher Grund für die Unterschiede, prangert der österreichische Städtebund an. Frauen würden noch immer 75 Prozent der unbezahlten Arbeit leisten, Männer hingegen nur 25 Prozent. Dies wirkt sich natürlich auch auf die spätere Pension der Frauen aus.

Die Aktion des Städtebundes legt das Augenmerk heuer auf das Beispiel wickeln: Wenn Frauen neun Windeln für Kinder oder ältere Menschen verbrauchen, sind es bei Männern nur drei. “Während Frauen mit Wickeln von Kindern oder Älteren beschäftigt sind, können Männer arbeiten, sich vernetzen, Sport betreiben oder sich erholen. Zum Equal Pay Day 2016 zeigen wir: Wickelnde Männer erhöhen nicht nur deren Kompetenz, sondern auch das Einkommen und die Lebensqualität von Frauen”, sagt Anja Hagenauer (SPÖ), Bürgermeister-Stellvertreterin und ressortzuständig für Frauen in der Stadt Salzburg. “Es geht dabei auch um die Pflege Älterer, die Frauen weitaus überwiegend leisten”, erläutert Hagenauer weiter.

Salzburgs Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer macht auf die Einkommensunterschiede aufmerksam./Stadt Salzburg / Johannes Killer Salzburgs Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (li.) macht auf die Einkommensunterschiede aufmerksam./Stadt Salzburg / Johannes Killer ©

Was ist der Equal Pay Day eigentlich?

Der Equal Pay Day wurde in den 60-er Jahren in den USA ins Leben gerufen und macht auf die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Dabei wurde der Gender Pay Gap umgerechnet auf Tage im Jahr. Am EPD erreichen die Männer die Durchschnittsverdienste der Frauen, Frauen arbeiten ab diesem Tag statistisch gesehen gratis, während die Männereinkommen bis Jahresende weiterlaufen.

(APA/SALZBURG24)

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