Erdbeben in Mexiko: Salzburger Augenzeuge schildert Erlebnisse

2Kommentare
Es wird verzweifelt nach Überlebenden gesucht.
Es wird verzweifelt nach Überlebenden gesucht. - © AP Photo/Marco Ugarte
Zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben mit bisher weit mehr als 200 Toten ist in Mexiko weiter fieberhaft nach Überlebenden gesucht worden. Unterdessen berichtet ein Salzburger, der seit 13 Jahren im Land lebt, von seinen schrecklichen Erlebnissen.

Peter Erlbacher schilderte im ORF-Interview die dramatischen Ereignisse vom Dienstag. Er habe während seiner Zeit in Mexiko schon mehrere Beben miterlebt, aber noch nie eines in so einem Ausmaß.

Zahlreiche freiwillige Helfer suchen in den Trümmern

Das Erdbeben der Stärke 7,1 hatte am Dienstagnachmittag (Ortszeit) das Zentrum Mexikos erschüttert. 72 Stunden nach einem Beben gibt es erfahrungsgemäß kaum noch Chancen, Überlebende zu finden. Daher liefen die Rettungsarbeiten 40 Stunden nach dem Beben am Donnerstag auf Hochtouren.

Mit wachsender Sorge verfolgte das lateinamerikanische Land dabei vor allem die Bergungsarbeiten in den Trümmern einer Schule im Süden der Hauptstadt Mexiko-Stadt, wo immer noch zahlreiche Menschen vermisst wurden. Bisher konnten elf Kinder lebend aus dem Schutt der Enrique-Rebsamen-Schule gerettet werden. Mindestens 21 Kinder und fünf Erwachsene kamen jedoch ums Leben. Donnerstagfrüh versuchten die Helfer weiter verzweifelt, mehrere lebend in den Trümmern vermutete Kinder zu erreichen. Ein Wärmedetektor hatte zuvor an mehreren Stellen angeschlagen. Ein Retter berichtete, er habe fünf Kinder lebend gesehen. Sie seien jedoch unter Metallstreben gefangen, die nun vorsichtig durchtrennt werden müssten.

“Wir wissen, dass da drinnen ein Kind am Leben ist, wir wissen aber nicht, wie wir es erreichen können, ohne einen Einsturz zu riskieren oder Retter in Gefahr zu bringen”, sagte Einsatzleiter Jose Luis Vergara dem Sender Televisa über eine eingeschlossene Schülerin, deren Schicksal das Land bewegte. Die Rettungskräfte hätten kurz mit dem Mädchen sprechen können – es sei “sehr müde”.

Zahlreiche freiwillige Helfer schlossen sich den Rettungskräften an. Einem zivilen Helfer gelang es, das Mädchen mit Wasser und Sauerstoff zu versorgen, indem er sich mutig durch einen schmalen Hohlraum in den Trümmer zwängte.

Kritik an Erdbeben-Warnsystem in Mexiko

Unterdessen wurde Kritik am Erdbeben-Warnsystem des Landes laut: Im Jahr 1993 wurde an der Westküste Mexikos, die häufig von Beben erschüttert wird, ein Frühwarnsystem eingerichtet. Doch da das Epizentrum des Bebens vom Dienstag nur 120 Kilometer von Mexiko-Stadt in der Landesmitte entfernt gewesen sei, hätten die Sensoren die Erschütterungen nicht erfasst, sagte Carlos Valdes vom Nationalen Katastrophenschutzzentrum.

Die Erschütterung erinnerte viele an die Erdbeben-Tragödie vom 19. September 1985, bei der 10.000 Menschen in Mexiko gestorben waren. Erst wenige Stunden vor dem neuerlichen Beben, hatte wie jedes Jahr am 19. September, eine Übung für den Katastrophenfall stattgefunden. Erst vor eineinhalb Wochen waren bei einem starken Beben im Süden des Landes mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen.

(APA/SALZBURG24)

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Warum wir nicht gerne mit den ... +++ - Motorrad gegen Auto: Schwer Ve... +++ - Weihnachtsbeleuchtung in der A... +++ - Kind bei Verkehrsunfall in Hel... +++ - Salzburg bringt fahrende Bibli... +++ - Rainerstraße: Mann bei Arbeits... +++ - 15. Salzburger Verkehrstage: M... +++ - Autofahrer, aufgepasst! Vorsic... +++ - Großgmain: Passant findet tote... +++ - Nationalratswahl: So vergaben ... +++ - „Kleine Reisewelle“ rollt auf ... +++ - Rekrut erschossen: Schwager de... +++ - Lehen: Radler streckt Mann mit... +++ - NR-Wahl: Wahlbeteiligung stark... +++ - NR-Wahl: Briefwahlstimmen sind... +++
2Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel