“Erdbeben ist Strafe Gottes”: Priester sorgt für Eklat

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Der Vatikan entschuldigte sich für die Aussagen des Priesters
Der Vatikan entschuldigte sich für die Aussagen des Priesters - © APA (AFP)
Mit seiner Aussage im erzkatholischen Radiosender “Radio Maria”, Gott habe die Italiener mit dem Erdbeben für die jüngst beschlossene Legalisierung von homosexuellen Lebenspartnerschaften strafen wollen, sorgt ein italienischer Priester für Empörung. Der vatikanische Innenminister Erzbischof Angelo Becciu bezeichnete die Worte als “beleidigend für Gläubige und skandalös für Nicht-Gläubige”.

Becciu entschuldigte sich für die radikalen Worte von Pater Giovanni Cavalcoli bei den durch die schweren Erdbeben der vergangenen Woche obdachlos gewordenen Menschen. Der Papst sei ihnen nahe, versicherte der Erzbischof. “Wer von ‘Radio Maria’ aus von einer göttlichen Strafe spricht, beleidigt den Namen der Muttergottes, die Gläubige als barmherzige Mutter betrachten”, sagte Becciu.

Empörte Reaktionen

Zu Cavalcolis Aussagen, die empörte Reaktionen auslösten, ging auch der Chefredakteur des erzkatholischen Senders “Radio Maria”, Livio Fanzaga, auf Distanz. Cavalcoli habe eine persönliche Meinung ausgedrückt, die keineswegs jener des Radiosenders entspreche.

“Radio Maria” entstand 1982 als kleiner Pfarrsender im Städtchen Erba nahe Mailand. Der Sender will durch die tägliche Ausstrahlung der Messe und des Rosenkranzes spirituelle Hilfe leisten. Bereits 1990 galt “Radio Maria” als ein Sender mit Italien-weiter Ausstrahlung. Daraufhin verbreitete sich das Konzept von “Radio Maria” weltweit. Die einzelnen nationalen “Radio Maria”-Organisationen sind verwaltungsmäßig unabhängig.

Immer mehr homosexuelle Paare

Immer mehr Paare machen in Italien von dem Gesetz zur Anerkennung homosexueller Partnerschaften Gebrauch, das Ende Juli in Kraft getreten ist. Um die Regelung war im katholisch geprägten Italien jahrelang gerungen worden. Italien war das letzte westeuropäische Land, in dem homosexuelle Partnerschaften bis vor kurzem keine rechtliche Grundlage hatten. Auch der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hatte dies kritisiert.

(APA)

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