Erdogan-Kritik nach US-Waffenabwurf über Kobane

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Erdogan findet es falsch, was die USA getan haben
Erdogan findet es falsch, was die USA getan haben
Neuer Zwist zwischen der Türkei und den USA über das richtige Vorgehen gegen die Jihadisten-Miliz “Islamischer Staat” (“IS”): Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete am Mittwoch in Ankara den US-Waffenabwurf für Kurdenkämpfer in der vom is belagerten nordsyrischen Stadt Kobane (Ayn al-Arab/Kobani) als “Fehler”, da ein Teil der Waffen dem “IS” in die Hände gefallen sei.


Die USA hatten eingeräumt, dass mindestens eines von 28 Paketen der Waffenlieferung bei den “IS”-Kämpfern gelandet sei. Auf einem Internet-Video ist zu sehen, wie die Islamisten unter anderem veraltete deutsche Handgranaten auspacken. Nach Angaben der deutschen Bundesregierung handelt es sich dabei nicht um Waffen, welche die Bundeswehr an die kurdischen Peschmerga im Irak zur Unterstützung im Kampf gegen den “IS” geliefert hat. Woher die Waffen stammen, die auch in Portugal in Lizenz gefertigt wurden, blieb zunächst unklar.

Der NATO-Partner Türkei steckt wegen des Vormarschs der Islamisten in den syrischen Kurdengebieten im Dilemma: Einerseits kann es dem Land nicht recht sein, dass die Jihadisten bis an seine Grenze vorrücken. Andererseits scheut sich die Türkei, den syrischen und irakischen Kurden zu helfen, da sie die verbotene Kurden-Partei PKK nicht stärken will.

Während die USA und mehrere Verbündete seit Wochen “IS”-Stellungen im Irak und Syrien mit Kampfjets bombardieren, greift die Türkei daher nicht in die Kämpfe um Kobane ein. Bei Kurden-Protesten gegen diese Politik der Regierung in Ankara starben bereits Dutzende Menschen. Auch der innertürkische Friedensprozess mit der PKK steht deshalb auf der Kippe.

Die USA versuchen unterdessen zu klären, ob tatsächlich nur eines der insgesamt 28 Pakete ihrer Waffenlieferung in die Hände der Extremistenmiliz gefallen ist. Auslöser war das Internet-Video, auf dem “IS”-Kämpfer mit einem der abgeworfenen Bündel zu sehen sind. Unklar war, ob es sich dabei um das Paket handelte, dessen Verlust das US-Verteidigungsministerium bereits eingeräumt hatte. Experten analysierten das Filmmaterial, wie das Pentagon erklärte. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte geht davon aus, dass zwei der für die Kurden bestimmten Lieferungen auf dem Gebiet des “IS” landeten.

Die syrische Luftwaffe zerstörte unterdessen nach Angaben der Behörden zwei von drei Kampfjets, die der “IS” erbeutet haben soll. Die Maschinen seien bei der Landung auf dem Militärflughafen Al-Jarrah bei Aleppo beschossen worden und nicht mehr flugfähig, sagte Informationsminister Omran Soabi der amtlichen Nachrichtenagentur Sana. Die Luftwaffe sei weiter auf der Suche nach einem dritten Kampfjet.

Bei Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten nahe der nordirakischen Stadt Baiji wurden nach Angaben von Bewohnern rund 25 “IS”-Kämpfer getötet. Ab der früh seien Bomben in dem Ort Al-Sinija eingeschlagen. Baiji hat strategische Bedeutung, da in der Nähe die größte Raffinerie des Landes liegt. Westlich der Hauptstadt Bagdad schlugen irakische Panzer einen Vorstoß des “IS” auf den Ort Amirija Fallujah zurück, wie aus Militärkreisen verlautete.

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