Wieder schwere Kämpfe in Kobane

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Nächtliche Luftangriffe gegen die IS
Nächtliche Luftangriffe gegen die IS
In der nordsyrischen Grenzstadt Kobane haben sich Kurden und Islamisten am Wochenende die heftigsten Kämpfe seit Tagen geliefert. Die radikal-islamische Miliz “Islamischer Staat” (IS) habe die kurdischen Verteidiger wieder verstärkt unter Beschuss genommen, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.


Allein am Samstag habe sie 44 Granaten auf Stellungen der Kurden-Miliz YPG abgefeuert, am Sonntag vier. Einige davon seien im Nachbarland Türkei eingeschlagen. Zudem hätten IS-Kämpfer Angriffe mit zwei Autobomben gestartet. Überall in der Stadt sei in der Nacht gekämpft worden, auch am Sonntag noch, sagte eine YPG-Kämpferin. Die Extremisten hätten von drei Seiten aus angegriffen, berichtete ein Journalist aus der Stadt an der türkischen Grenze.

Der Menschenrechtsgruppe zufolge wurden in den vergangenen beiden Tagen 70 IS-Kämpfer getötet. Mit den Kurden verbündete arabische Milizionäre hätten auch zwei IS-Gefangene hingerichtet, darunter einen 15-jährigen Jugendlichen.

Der seit rund einem Monat tobende Kampf um die strategisch wichtige Stadt an der türkischen Grenze war in der vergangenen Tagen etwas abgeflaut. US-Luftangriffe konnten den IS-Vormarsch stoppen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte kam es bei den Luftangriffen zu zivilen Opfern. Sieben seien ums Leben gekommen, als am Freitag eine Gasanlage in der Nähe der Stadt al-Khasham in der östlichen Provinz Deir al-Zor getroffen worden sei. Weitere drei Zivilisten seien Donnerstagnacht in der nordöstlichen Provinz al-Hassakah ums Leben gekommen.

Das US-Militär erklärte, es gebe keinen Hinweis darauf, dass es bei den Luftangriffen Opfer unter der Zivilbevölkerung gegeben habe. Allerdings würden Berichte darüber ernst genommen und geprüft, sagte ein Sprecher des Central Command, das für den Einsatz in der Region verantwortlich ist.

Seit August fliegt das US-Militär gemeinsam mit Verbündeten Angriffe auf Stellungen des IS im Irak, im September wurden sie auf Syrien ausgeweitet. Die Extremistenorganisation hat weite Teile in den beiden Nachbarstaaten unter ihre Kontrolle gebracht.

Im Kampf gegen den IS machte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Hoffnungen der Kurden auf Waffenlieferungen aus dem Nachbarland allerdings zunichte. “So etwas von uns zu erwarten ist unmöglich”, sagte Erdogan laut türkischen Medien. Seine Regierung betrachte die syrische Kurden-Miliz und ihren politischen Arm PYD genauso als Terrororganisation wie die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International droht 107 Flüchtlingen in der Türkei die Abschiebung in die umkämpfte Grenzstadt Kobane. Die Behörden würden den Flüchtlingen Verbindungen zur PYD vorwerfen, berichtete Amnesty unter Berufung auf Anwälte. Die Flüchtlinge würden seit zwei Wochen in der türkischen Grenzstadt Suruc in einer Sporthalle festgehalten. Sie hätten keine Waschgelegenheit und keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Ursprünglich seien 250 syrische Flüchtlinge mutmaßlich wegen Verbindungen zur PYD festgenommen worden, berichtete Amnesty weiter. Viele von ihnen seien von den Behörden schon vergangene Woche zurück nach Kobane geschickt worden, darunter Frauen und Kinder. Amnesty und die Anwaltskammer der Provinz Sanliurfa kritisierten die Festnahmen und Abschiebungen als rechtswidrig.

Seit über einem Monat verteidigen kurdische Volksschutzeinheiten die Region Kobane (arabisch: Ayn al-Arab) gegen die sunnitische Terrormiliz IS. Seitdem sind nach Angaben der Regierung in Ankara rund 200.000 Menschen aus der Gegend in die Türkei geflohen.

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