Ermittlungen zu Salzburgs Olympia-Bewerbung eingestellt

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Die Olympischen Winterspiele 2014 finden in Sotschi statt.
Die Olympischen Winterspiele 2014 finden in Sotschi statt. - © APA/Techt
Die dubiosen Geldflüsse bei Salzburgs gescheiterter Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2014 bleiben strafrechtlich ohne Folgen: Nach fast fünf Jahren hat die Staatsanwaltschaft Salzburg nun die Ermittlungen in der Causa eingestellt.

Jenen sechs Personen, die im Verfahren zuletzt noch unter Verdacht standen, sei keine strafbare Handlung nachzuweisen gewesen, teilte Behörden-Sprecher Marcus Neher am Mittwoch in einer Aussendung mit.

90.000 Euro für Roth “nicht unüblich”

Im Zentrum der Ermittlungen standen laut Neher vor allem die Geldflüsse auf das Konto des damaligen Strategieberaters Erwin Roth, der im Monat 90.000 Euro – in Summe rund eine Million Euro – erhalten hatte. “Diese stellten sich nach eingehender Prüfung als in der Branche nicht unüblich heraus. Das gegen Erwin Roth geführte Verfahren war daher einzustellen”, begründete der Staatsanwalt.

Ebenfalls im Visier der Ermittler befand sich der damalige Olympia-Förderverein, dessen Existenz erst nach der Bewerbung bekannt geworden war. Dem Vereinspräsidenten und seinerzeitigen Präsidenten des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), Leo Wallner, dem Geschäftsführer des Vereins, dem damaligen ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth, und anderen Vorstandsmitgliedern habe keine zweckwidrige Verwendung von Vereinsgeldern nachgewiesen werden können, so Neher.

Jungwirth bereits verurteilt

Bei Jungwirth bestand der Aussendung zufolge zwar der Verdacht weiterer Veruntreuungen in seiner Funktion als ÖOC-Generalsekretär. Da Jungwirth aber bereits rechtskräftig zu fünf Jahren Haft verurteilt worden ist und angesichts der vergleichsweise geringen Summe der großteils mehr als zehn Jahre zurückliegenden Geldverschiebungen eine zusätzliche Strafe nicht mehr zu erwarten gewesen sei, “war dem Verdacht … nicht mehr weiter nachzugehen”, heißt es. Auch Jungwirths im Wiener Verfahren rechtskräftig freigesprochenen ehemaligen Stellvertreterin Manuela K. und Leo Wallner sei in diesem Zusammenhang kein strafbares Verhalten nachzuweisen gewesen.

Die Ermittlungen der Behörde haben sich seit Februar 2009 hingezogen. In Summe standen neun Beteiligte unter Verdacht. Im Juli des Vorjahres wurden die Verfahren gegen die ehemaligen Geschäftsführer der Salzburger Bewerbungsgesellschaft, Fedor Radmann, Rudi Höller und Gernot Leitner, eingestellt. Weiter ermittelt wurde damals eben noch gegen Wallner, Jungwirth, Manuela K., Roth sowie gegen zwei damalige ÖOC-Kassiere.

Verzögerungen in Olympia-Causa

Schon Ende 2010 hatte die Staatsanwaltschaft einen Vorhabensbericht erstellt, der aber vom Justizministerium mit dem Auftrag zurückkam, die Ermittlungen fortzusetzen. In der Folge ging die zuständige Staatsanwältin in Pension, der Kollege, der die Causa übernahm, musste sich erst einarbeiten. Die Frage, ob nicht die Staatsanwaltschaft Wien zuständig sei, verursachte eine neuerliche Verzögerung.

Die Untreue-Vorwürfe gegen Jungwirth führten dann Anfang 2012 zu ersten und einzigen Anklage. Jungwirth und dessen seinerzeitige Stellvertreterin mussten sich im Vorjahr vor Gericht verantworten. Der ehemalige ÖOC-Generalsekretär wurde wegen Untreue mit einer Schadenssumme von 3,3 Millionen Euro zu fünf Jahre Gefängnis verurteilt. Das Wiener Oberlandesgericht (OLG) hatte im Juli die über Jungwirth verhängte Strafe des Wiener Straflandesgerichts bestätigt. Die Sekretärin wurde rechtskräftig freigesprochen. (APA)

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