Erneut Besucherminus auf Frankfurter Buchmesse

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Frankfurter Buchmesse im Zeichen der Krise
Frankfurter Buchmesse im Zeichen der Krise
Der Strukturwandel in der Branche hat bei der 66. Frankfurter Buchmesse Spuren hinterlassen. Der weltgrößte Branchentreff ging am Sonntag erneut mit einem Besucherrückgang zu Ende. Bei den Fachbesuchern wurden zwei Prozent weniger gezählt. Das Lesepublikum, das am Wochenende Zugang hatte, liegt zahlenmäßig nach einer vorläufigen Bilanz der Organisatoren etwa auf dem Niveau des Vorjahres.


Insgesamt kamen nach Angaben von Messe-Sprecherin Katja Böhne während der fünf Tage rund 270.000 Menschen. Im vergangenen Jahr waren es 276.000 gewesen, ein Jahr zuvor noch über 280.000. Auf der Messe, die vom Dachverband der deutschen Buchbranche organisiert wird, hatten rund 7.000 Aussteller aus 100 Ländern ihre Produkte gezeigt.

Als Gründe für den Rückgang sieht die Messe die schwierige wirtschaftliche Lage in Ländern wie Italien und Spanien sowie die anhaltende Konsolidierung der Buchbranche. Der digitale Wandel hat in den vergangenen Jahren viele Verlage durchgeschüttelt. Zugleich fordert der Online-Händler Amazon, der inzwischen auch als Verleger auftritt, weltweit die Branche heraus. Amazon kündigte zu Messebeginn eine monatliche Flatrate für E-Books in seinem Kindle-Dienst an.

Auf der Messe hätten sich die Foren für junge Start-up-Firmen besonders positiv entwickelt, sagte Böhne. Auch immer mehr Autoren nähmen die neuen Möglichkeiten im Digitalgeschäft (“Self-Publishing”) an.

Auf fast 4.000 Veranstaltungen auf und außerhalb der Messe waren mehr als 1.000 Autoren vertreten, darunter viele “Promis” aus dem Unterhaltungsbusiness oder Politiker wie der deutsche Altkanzler Helmut Kohl, die ihre Bücher vermarkteten. Der neue Shootingstar der deutschen Literatur, Lutz Seiler, kündigte am Samstag einen zweiten Roman an. Der 51-Jährige hatte am vergangenen Montag für seinen Debütroman “Kruso” den Deutschen Buchpreis gewonnen. Zuvor war Seiler nur als Lyriker bekannt.

Buchmesse-Ehrengast Finnland, der seine Literatur international hoffähig machen wollte, war mit 50 Autoren und 40 Verlagen vertreten. Die Finnen haben vier Millionen Euro in ihren sehr professionellen Auftritt mit zahllosen Veranstaltungen investiert. Dies scheint sich bereits auszuzahlen. 34 Titel sollen auf dem für Ausländer als sehr schwierig geltenden angloamerikanischen Markt erscheinen. Allein 130 Titel sind bereits dieses Jahr – mit Hilfe aus Helsinki – ins Deutsche übersetzt worden. Das Interesse an Finnland auf der Messe sei “überwältigend”, berichteten die Organisatoren.

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