Keine Verlängerung der Waffenruhe im Jemen

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Die 48-stündige Waffenruhe für das Bürgerkriegsland Jemen wird nicht verlängert. Wegen zahlreicher Verstöße der schiitischen Houthi-Rebellen gegen die Feuerpause seien die Bedingungen für eine Erneuerung nicht erfüllt, sagte ein Sprecher der von Saudi-Arabien geführten internationalen Koalition. Bereits vor dem Ende der Waffenruhe kam es zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen.

Augenzeugen hatten zuvor berichtet, Jets der saudischen Koalition hätten noch vor dem Ende der Waffenruhe am Montag um 12.00 Uhr Ortszeit (10.00 MEZ) Stellungen der Houthis in der Hauptstadt Sanaa bombardiert. Bombardiert worden sei ein Houthi-Stützpunkt im Osten der Stadt. Demnach waren heftige Explosionen zu hören und Rauchsäulen zu sehen. Angaben zu möglichen Opfern gab es zunächst nicht.

Im Jemen kämpfen die Houthis und ihre Verbündeten gegen Anhänger des international anerkannten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Die saudische Koalition fliegt seit mehr als einem Jahr Luftangriffe gegen die Rebellen, die große Teile des Landes kontrollieren. Bei den Bombardierungen starben immer wieder auch viele Zivilisten.

Die 48-stündige Waffenruhe für das Bürgerkriegsland war am Samstag in Kraft getreten. Ziel der Feuerpause war unter anderem, Hilfslieferungen in belagerte Gebiete zu lassen. Es war bereits der sechste Versuch, die Gewalt im Jemen durch eine Feuerpause einzudämmen, seit der Konflikt im März 2015 mit dem Eingreifen der saudischen Koalition eskaliert ist.

Der Sprecher der von Saudi-Arabien geführten internationalen Koalition warf den Houthis und ihren Verbündeten vor, seit Beginn der neuen Waffenruhe mehr als 500 Mal gegen diese verstoßen zu haben. Bereits am Sonntag hatte die Militärkoalition gemeldet, sie habe drei Raketen der Aufständischen in der Provinz Marib abgefangen. Umgekehrt beschuldigten die Houthis zugleich das saudische Bündnis, die Waffenruhe nicht eingehalten zu haben. Ein Sprecher der Rebellen erklärte nach Angaben der jemenitischen Nachrichtenagentur Saba, es seien seit Samstag insgesamt 114 Verstöße registriert worden.

Der Bürgerkrieg hat die humanitäre Lage in dem armen Land im Süden der arabischen Halbinsel noch weiter verschärft. Nach Angaben der UN wurden seit Beginn der saudischen Luftangriffe auf die Houthis bis Juni 2016 rund 6.500 Menschen getötet. Mehr als 14 Millionen Menschen leiden demnach unter Nahrungsmittel- und Wasserknappheit. In der Hauptstadt Sanaa wurde der Ausbruch von Cholera bestätigt.

(APA/dpa/ag.)

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