Erneut Wirbel um FPÖ-Kandidat Reinhard Rebhandl

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Bei der Präsentation der Landesliste kam es zu Diskussionen.
Bei der Präsentation der Landesliste kam es zu Diskussionen. - © FPÖ Salzburg
Bei der Präsentation der FPÖ-Landeslisten hat die Diskussion um die Burschenschafter in der Politik Salzburg erreicht. Mittendrin: Reinhard Rebhandl. Nun sorgt Rebhandls Vergangenheit für Aufregung. Ein Foto zeigt ihn auf einer Veranstaltung der NDP, der Nationaldemokratischen Partei, in der sein Vater Fritz Mitglied war. Eine Mitgliedschaft streitet er ab. Glaubhaft, wie aus dem Büro von Marlene Svazek versichert wird.

Reinhard Rebhandl holt mitten im Wahlkampf die Vergangenheit ein. Wie die “Salzburger Nachrichten” (SN) am Mittwoch berichten, zeigen Fotos aus zwei Ausgaben der NDP-Zeitschrift “Klartext” Rebhandl einmal als Trompetenspieler beim Begräbnis des NS-Fliegersoldaten Hans-Ulrich Rudel und beim Bundesparteitag 1984. Rebhandl selbst distanziert sich von den Fotos. Der Burschenschafter betont, dass er von seinem Vater als junger Bursch mitgeschleppt wurde und damit “nichts am Hut” hätte. Auch sei er kein Mitglied der 1988 behördlich aufgelösten Organisation gewesen.

Vater Fritz Führungsperson in rechtsextremer Szene

Sein Vater Fritz Rebhandl war als Landessprecher allerdings ein führendes Mitglied der Partei. Fritz Rebhandl führte außerdem die rechtsextreme Gruppe “Volkstreue Soziale Ordnung” (VSO) an, die 1982 auch bei den Salzburger Gemeinderatswahlen antrat. Das “Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands” berichtet folgendes über die VSO: “Die ‘Volkstreue Soziale Ordnung’ ist eine neonazistische Kleingruppe mit regionaler Bedeutung (Salzburg), die im Wesentlichen von der Person des ehemaligen NDP-Landessprechers Fritz Rebhandl (verstorben im August 2006) getragen wurde. Inhalt ihrer Publikationen und Aktivitäten ist die Verharmlosung bzw. Beschönigung des NS-Regimes, insbesondere auch die Infragestellung und Leugnung der Ermordung von Juden durch Giftgas in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern.”

Verurteilung wegen Wiederbetätigung

Fritz Rebhandl wurde im April 1992 wegen Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts in seiner Zeitschrift “Der Volkstreue” in erster Instanz zu einem Jahr bedingt verurteilt. 1998 ist er erneut wegen Wiederbetätigung zu einer unbedingten Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden.

FPÖ: Rebhandl hat sich glaubhaft distanziert

Dom Kamper, Pressesprecher der FPÖ-Salzburg, versichert im Gespräch mit SALZBURG24, dass sich Rebhandl von den Aktivitäten seines Vaters distanziert habe: “Herr Rebhandl hat uns glaubhaft versichert, dass er sich von seinem Vater distanziert hat. Wir glauben auch, dass man jedem Menschen eingestehen muss, dass er sich ändert und bessert.” Laut Kamper sei es durchaus glaubhaft, dass der Sohn eines wichtigen Mitglieds etwa den Zapfenstreich spielen darf, ohne selbst Mitglied zu sein. Er weist auf Reinhard Rebhandls Jugend und das Abhängigkeitsverhältnis zum Vater hin. “Das hat ihn gestört, das hängt ihm jetzt nach, dass er sich vereinnahmen lassen hat. Er hat mit seinem Vater gebrochen und bis zu seinem Tod nicht mehr mit ihm geredet, ich glaube, ein größeres Opfer kann man auch nicht bringen.”

Gegenüber den “SN” sagt Rebhandl: “Es ist mir zutiefst zuwider, aber ich kann es nicht rückgängig machen.” Die Kandidatur Rebhandls steht für die FPÖ außer Frage. Man messe einen Menschen daran, ob er gescheiter geworden ist, betont Kamper.

Grüne fordern Rücktritt

Harsche Kritik an FPÖ-Kandidat Rebhandel kam am Mittwoch von den Salzburger Grünen. “Wir fordern Reinhard Rebhandl zum Rücktritt auf! Der schlagende Burschenschafter Rebhandl war nicht nur in einer Neonazi-Partei aktiv, sondern tritt bis heute als Querverbinder zwischen der FPÖ und rechtsextremen Kreisen wie den Identitären auf”, so LAbg. Simon Heilig-Hofbauer in einer Aussendung.

(SALZBURG24/APA)

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