Erneute Anklage gegen Jan Ullrich in der Schweiz

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Erneut juristischer Ärger um Jan Ullrich
Erneut juristischer Ärger um Jan Ullrich - © APA (AFP)
Die Staatsanwaltschaft Bischofszell in der Schweiz erhebt zum zweiten Mal Anklage gegen den ehemaligen Radstar Jan Ullrich. Es geht um einen Autounfall, den der Deutsche im Mai 2014 betrunken und mit weit übersetzter Geschwindigkeit verursacht hat.

Das Bezirksgericht Weinfelden hatte Mitte 2015 die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft im abgekürzten Verfahren nicht genehmigt und eine nochmalige Untersuchung verlangt. Deshalb klagt die Staatsanwaltschaft Ullrich jetzt im ordentlichen Verfahren an, wie sie am Freitag mitteilte. Dem Deutschen werden vorsätzliche grobe Verletzung der Verkehrsregeln und wiederholtes Fahren in qualifiziert fahrunfähigem Zustand vorgeworfen, wie es hieß.

Die Staatsanwaltschaft habe den Beschuldigten nochmals eingehend befragt und zwei zusätzliche Gutachten eingeholt. Erhoben wurden etwa weitere Beweise zur Frage von Ullrichs Fahrunfähigkeit und zu Medikamenten, die er allenfalls eingenommen hatte. Das Bezirksgericht Weinfelden hatte bei der ersten Anklage Zweifel an der Anklageschrift geäußert, konkret etwa zur Geschwindigkeit und zur Einnahme von Medikamenten.

Der im Schweizer Thurgau wohnhafte Ullrich hatte beim Unfall im Mai 2014 in Mattwil zuerst mit seinem Wagen mit hohem Tempo an einer Kreuzung ein stehendes Auto von hinten gerammt. Kurz danach prallte er frontal in einen entgegenkommenden PKW. Dabei wurde niemand schwer verletzt.

Ullrich bleibt nach eigenen Angaben eine Gefängnisstrafe wohl erspart. Die Staatsanwaltschaft beantrage wie schon im ersten Verfahren keine Haft-, sondern lediglich eine Bewährungsstrafe sowie eine Geldbuße, ließ Ullrich am Freitag mitteilen. Die Staatsanwaltschaft machte zunächst dazu keine Angaben.

Ullrich zufolge berücksichtigte die Anklage ein neues Gutachten, wonach er im Mai 2014 auf einer 80er-Straße wohl mit 132 Stundenkilometern unterwegs war, als er zwei Autos rammte. Damit wäre er unter der “Rasergrenze” für solche Straßen von 140 km/h geblieben. Bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h über dem 80er-Limit sieht das Schweizer Verkehrsgesetz eine Gefängnisstrafe von einem Jahr vor.

Zudem kommt laut Mitteilung ein weiteres Gutachten zu dem Schluss, dass Ullrichs damalige Einnahme eines Mittels gegen Rückenschmerzen nicht verschärfend auf den festgestellten Alkoholpegel von 1,8 Promille gewirkt hat. Ein Termin für die Eröffnung der neuen Gerichtsverhandlung ist noch nicht bestimmt worden.

(APA/ag.)

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