Erneute Gefechte an türkisch-syrischer Grenze

Den dritten Tag in Folge hat sich die türkische Armee an der Grenze zu Syrien Gefechte mit der Kurdenmiliz YPG geliefert. Wie der Generalstab in Ankara am Freitag mitteilte, erwiderten die Soldaten das Feuer, als ein Grenzposten in Ceylanpinar von syrischem Gebiet aus mit Raketen angegriffen wurde. Demnach wurden “elf Terroristen neutralisiert”.

Auch an den Vortagen hatte es entlang der Grenze Zusammenstöße gegeben. Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) werden von der türkischen Regierung wegen ihrer Nähe zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrorgruppe eingestuft. Ankara fürchtet, dass die syrischen Kurden eine Autonomiezone südlich der türkischen Grenze errichten. Die USA betrachten dagegen die YPG-Miliz als schlagkräftigen Verbündeten im Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Trotz scharfer Kritik aus Ankara hält Washington an der militärischen Unterstützung der YPG fest. “Die Unterstützung und konkrete Hilfe, welche die USA der YPG leisten, schaden dem Geist des Bündnisses” zwischen der Türkei und den USA, warnte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag in Istanbul. Er kündigte an, weiter auf jeden Angriff aus Syrien zu reagieren.

“Wir können niemals eine Kooperation mit einer Terrororganisation akzeptieren, die unserem Volk nach dem Leben trachtet, unter dem Vorwand des Kampfes gegen Daesh (IS)”, sagte Erdogan. Er kritisierte die “Narren”, die in Nordsyrien einen kurdischen Staat zu errichten versuchten. “Wir werden niemals einen solchen Staat akzeptieren”, warnte er.

Er lehne eine Beteiligung der YPG-Miliz an der geplanten Offensive gegen die IS-Hochburg Al-Raqqa strikt ab, sagte Erdogan und kündigte an, US-Präsident Donald Trump bei seinem Besuch in Washington Mitte Mai einen Alternativplan vorzulegen. Es gebe noch 2500 bis 5000 Jhihadisten in Al-Raqqa. Eine Eroberung der Stadt mit den US-Streitkräften sei “nicht schwierig für uns. Wir können dies zusammen machen”.

(APA/ag.)

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