Erste Peschmerga erreichten syrische Stadt Kobane

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Einige IS-Stellungen wurden vernichtet
Einige IS-Stellungen wurden vernichtet
Im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) können die Kurden in der nordsyrischen Stadt Kobane erstmals auf Hilfe irakischer Peschmerga-Einheiten setzen. Eine Gruppe von zehn Kämpfern erreichte am Donnerstag die Stadt von der Türkei aus, um die Ankunft eines Konvois mit schweren Waffen vorzubereiten. Gefechte mit IS-Kämpfern und Granateinschläge führten aber zu Verzögerungen.


Der IS hat gedroht, unter den kurdischen Kämpfern ein Massaker anzurichten. Etwa 100 kurdische Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak waren am Mittwoch per Flugzeug im Südosten der Türkei eingetroffen. Später erreichte eine Wagenkolonne mit schweren Waffen das Nachbarland. Die Einheiten bereiteten sich auf einer Basis in der Nähe der Stadt Suruc auf ihren Einsatz vor.

Die Türkei hatte in der vergangenen Woche zugestimmt, die etwa 150 Kämpfer über ihr Territorium in die Stadt zu lassen. Die syrische Regierung, die auch gegen den IS kämpft, kritisierte die Maßnahme scharf und warf der Regierung in Ankara vor, Terroristen Zugang zu dem Land zu verschaffen.

Die Türkei wies dies zurück. Die Führung in Damaskus habe keinerlei Legitimität, verlautete aus Regierungskreisen. Das NATO-Mitglied hatte lange gezögert, weil die Regierung ein Erstarken kurdischer Gruppen in Syrien und Auswirkungen auf das eigene Land fürchtet. So kämpfte die kurdische PKK jahrzehntelang gegen die Sicherheitskräfte. Die kurdische Miliz YPG in Syrien ist etwa eine Schwesterorganisation.

Hilfe bekommen die Kurden beim Kampf gegen die Übermacht des IS auch von den USA. Nach Angaben der US-Streitkräfte wurden seit Mittwoch zehn Angriffe in der Nähe Kobanes geflogen. Offenbar wollten sie damit den Peschmerga-Einheiten den Weg bereiten. Die Angriffe aus der Luft dauern seit Wochen an und konnten die IS-Extremisten nicht in die Flucht schlagen. Die Kurden hoffen deswegen auf die Bodentruppen aus dem Irak.

Auch von syrischen Rebellengruppen bekommen die Kurden Hilfe: Etwa 200 Mitglieder der Freien Syrischen Armee seien von der Türkei aus in die Stadt gekommen, sagte ein Rebellenkommandant. Dies verlautete auch aus türkischen Regierungskreisen. Die Freie Syrische Armee umfasst viele bewaffnete Gruppen, die gegen die Herrschaft von Staatschef Bashar al-Assad und auch gegen den IS kämpfen. Sie ist den radikalen Islamisten aber meist unterlegen.

Im benachbarten Syrien hat der IS weite Landesteile unter seine Kontrolle gebracht. Die Vereinten Nationen warfen allen Parteien in dem Bürgerkriegsland vor, angesichts der Not von Millionen Flüchtlingen eine “kaltherzige Gleichgültigkeit” an den Tag zu legen. Die Zivilisten würden kollektiv bestraft.

Den syrischen Streitkräften wird immer wieder vorgeworfen, mit dem Abwurf von Fassbomben viele zivile Opfer in Kauf zu nehmen. Die Sprengsätze sind ungenau und verursachen großflächige Zerstörungen. Nach Erkenntnissen der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die in Großbritannien ihren Sitz hat, wurden bei Angriffen der syrischen Luftwaffe in den vergangenen zehn Tagen mindestens 221 Menschen getötet. Ein Drittel seien Kinder gewesen.

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