Erste Soloschau zu Egon Schiele in London

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Schiele ist für London "Radical Nude"
Schiele ist für London "Radical Nude"
Die radikal-erotischen Aktgemälde und -zeichnungen des österreichischen Expressionisten Egon Schiele (1890-1918) stehen bei Galeristen und Publikum gegenwärtig hoch im Kurs. Nach Ausstellungen in seiner Heimatstadt Tulln, in Zürich und New York sind Werke Schieles ab diesem Donnerstag (23. Oktober) auch in London zu sehen.


In der ersten großen Soloschau für Schiele (“The Radical Nude”) in Großbritannien präsentiert die Courtauld Gallery 38 Zeichnungen und Gouachen des einst höchst umstrittenen Künstlers. Die Ausstellung im Somerset House läuft bis zum 18. Jänner 2015.

In den öffentlichen Galerien Großbritanniens gibt es lediglich zwei Werke von Schiele. Der Grund für die bisher mangelnde Beschäftigung mit Schiele in Großbritannien sei “nicht nur Prüderie”, schrieb der Experte Simon Wilson zu der Ausstellung. Schiele werde zunehmend als eine führende Kraft der Moderne anerkannt, schrieb Wilson im Magazin der Royal Academy.

Eine Neubewertung des Künstlers sei überfällig, heißt es in der Galerie. “Mit seiner schonungslosen Darstellung des menschlichen Körpers hat Schiele einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der modernen Kunst geleistet”, sagte Courtauld-Direktor Ernst Vegelin. Seine “radikale Behandlung eines traditionellen Themas” und seine “einmalige Begabung als Zeichner” sind Erklärungs-Schwerpunkte. Auch das ewige Thema, wo die Grenze zwischen Kunst und Pornografie liegt, wird angesprochen. Schiele, der im Alter von nur 28 Jahren starb, verbrachte 1912 für seine als “unmoralisch” bewertete Kunst zwei Monate im Gefängnis.

Die Ausstellung legt einen Schwerpunkt auf das Jahr 1910, in dem Schiele mit seinem neuen radikalen Stil der Durchbruch gelang. Spätwerke zeigten einen größeren “klassischen” Einfluss bei gleichbleibender “Rohheit des nackten Körpers”. Die leuchtenden Farben, gequälten Posen und übertriebene Körpersprache seiner Werke – Schiele porträtierte sich selbst ebenso häufig wie seine jüngere Schwester Gertrude, Freunde, Geliebte und Schwangere – hinterlassen beim Besucher einen nachhaltigen Eindruck.

Zu sehen sind Zeichnungen und Gouachen weiblicher und männlicher Akte, mit Leihgaben aus dem Leopold Museum, dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, der Londoner Galerie Richard Nagy und Privatsammlungen. Am Ausgang dominiert die Gouache “Stehendes nacktes Mädchen mit orangefarbenen Strümpfen” von 1914. Schieles Kunst, so schrieb der “Daily Telegraph”, sei vielleicht “radikal in ihrer Hässlichkeit” – und dennoch “hypnotisierend”.

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