Erster Lehrstuhl für Begabungsforschung in Graz

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Der österreichweit erste Lehrstuhl für Begabungsforschung ist mit Beginn des Studienjahres an der Universität Graz eingerichtet worden. Geleitet wird der Fachbereich von Roland Grabner, der mit den Methoden der Neurowissenschaften das gesamte Begabungsspektrum – von der Lernstörung bis hin zur Hochbegabung – erforschen und vermitteln möchte, wie er im Gespräch mit der APA am Dienstag schilderte.


Durchschnittlich vier bis sechs Prozent der Erstklassler haben eine stark ausgeprägte Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche. Am anderen Ende der Begabungsleiste finden sich jene zwei bis drei Prozent der Schüler, die das Zeug zur Höchstleistung haben. Beide Pole interessieren den gebürtigen Steirer (geb. 1975 in Graz), der zuletzt eine Professur für Pädagogische Psychologie an der Georg-August-Universität in Göttingen innehatte und sich zuvor am Institut für Verhaltenswissenschaften an der ETH Zürich habilitiert hat. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den kognitiven und neuronalen Grundlagen von individuellen und schulrelevanten Lernprozessen und Begabungen: “Was beeinflusst die durchschnittliche Leistungsentwicklung, dass sie eine Schwäche oder eine besondere Begabung wird? Was spielt sich dabei im Gehirn ab? Wie kann Training fehlende Begabung kompensieren? Wie können die vorhandenen Begabungen gefördert werden? Im Fokus von Grabner stehen dabei vor allem neuronale Prozesse im Zusammenhang mit Mathematiklernen.

Seine Erkenntnisse in der neurowissenschaftlich orientierten Begabungsforschung will der Forscher auch in das neue Lehrerausbildung einbringen: Jeder Mensch habe sowohl spezielle Fähigkeiten als auch Schwächen, die zum einen erkannt, dann aber auch gefördert werden sollten: “Jede Lehrperson sollte dafür sensibilisiert sein und damit umgehen können”, betonte Grabner. Von einer Separierung heterogenen Leistungsniveaus im Sinne von beispielsweise Klassen für Hochbegabte hält Grabner nicht viel: “Die Separierung mit dem Ziel homogener Gruppen bringt nichts. Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Begabungen fordert ein intensives Eingehen auf die jeweilige Person, gute Lehrer werden sich immer am jeweiligen Lernfortschritt des Schülers orientieren und dessen persönliches Potenzial fördern”.

Der neue Lehrstuhl füge sich laut Rektorin Christa Neuper in die bisherige Schwerpunktsetzungen der Uni ein. “Wir haben mit unserem Forschungsschwerpunkt ‘Gehirn und Verhalten’ und dem fakultätsübergreifenden Forschungsschwerpunkt ‘Lernen- Bildung- Wissen’ zwei große Mosaiksteine. Das Ganze fügt sich jetzt Schritt für Schritt zu einem thematisch und methodologisch breit aufgestellten Forschungsbereich zusammen”, so die Rektorin.

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