Erster Österreichischer Buchpreis an Friederike Mayröcker

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Mayröcker wurde bereits mehrfach für ihr Werk ausgezeichnet
Mayröcker wurde bereits mehrfach für ihr Werk ausgezeichnet - © APA
Zwei Autorinnen mit demselben Vornamen sind die Gewinnerinnen des erstmals vergebenen Österreichischen Buchpreises. Friederike Mayröcker erhielt den Hauptpreis für den Lyrikband “fleurs”, Friederike Gösweiner den Debütpreis für “Traurige Freiheit”. Die Verleihung der mit 20.000 bzw. 10.000 Euro dotierten Preise fand Dienstagabend im Kasino am Schwarzenbergplatz statt.

Sie schreibe “zu Hause. Immer am morgen.”, antwortete die 91-jährige Mayröcker auf die beiden Siegerinnen gestellte Frage nach dem Wo und Wann des Schreibens und erfreute ihre Gratulantenschar auch mit einer Lesung aus ihrem neuen Werk. “fleurs” wurde von der Jury ausgewählt “für ein faszinierend freies Spiel der Worte und Assoziationen, für ein Gedankenstöbern, das auf fast schon verstörende Weise wunderschön und gelungen ist”, wie es in der Begründung hieß. Der Text sei “ein Fenster zu Welten, die sich der realistischen Darstellung entziehen”.

Mayröcker wurde 1924 in Wien geboren und publizierte erstmals im Jahr 1956. Für ihr seither kontinuierlich anwachsendes Werk erhielt sie bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Else-Lasker-Schüler-Lyrikpreis und der Büchner-Preis. Ihre Arbeit erscheint im Suhrkamp Verlag.

Friederike Gösweiner wurde 1980 in Tirol geboren. Die promovierte Germanistin arbeitet als freie Lektorin und Journalistin, unter anderem für “Die Presse” und “Literatur und Kritik”. Mit “Traurige Freiheit” (Literaturverlag Droschl) habe sie “das Porträt einer neuen verlorenen Generation zwischen Praktikum und Prekariat, zwischen Freiheitstraum, Hoffnung auf Leben, Einsamkeit und der Empfindung der Nutzlosigkeit” geschrieben, so die Jury. Das Buch berühre, “weil es so unerbittlich, so wahr und literarisch so souverän ist”.

Alle Nominierten der Shortlist für die beiden Preise erhalten jeweils 2.500 Euro. Für den Hauptpreis waren dies Sabine Gruber mit “Daldossi oder das Leben des Augenblicks”, Peter Henisch mit “Suchbild mit Katze”, Anna Mitgutsch mit “Die Annäherung” und Peter Waterhouse / Nanne Meyer mit “Die Auswandernden”. Für den Debütpreis standen auch noch Sacha Batthyany mit “Und was hat das mit mir zu tun?” sowie Katharina Winkler mit “Blauschmuck” auf der Shortlist.

Insgesamt wurden 119 Werke, die zwischen 1. Oktober 2015 und 11. Oktober 2016 erschienen sind, der Jury vorgelegt. Diese setzte sich zusammen aus dem Germanisten Klaus Amann, der FAZ-Kritikerin Sandra Kegel, Ö1-Literaturchef Kurt Reissnegger, Buchhändlerin Rotraut Schöberl sowie Literaturjournalistin Brigitte Schwens-Harrant.

Etwa 300 geladene Gäste nahmen an der Verleihung teil, durch die die Schauspieler Dorothee Hartinger und Philipp Hauß anhand von Fragen zu persönlichen Leseerlebnissen der Ehrengäste sowie von Kostproben aus den nominierten Romanen führten – “sympathisch und gewinnend”, wie Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) am Ende Rosen streute – versehen mit dem Appell an das Publikum: “Lesen Sie alle diese Bücher!”

(APA)

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