"wollzimmer"-Geschäftsführerin Claudia Zelinsky. - © SALZBURG24/Zeilinger
In Salzburg ist das „wollzimmer“ das erste seiner Art, österreichweit gibt es nur in Wien seit knapp über einem Jahr ein Wollcafé. Wolle in allen Farben und Formen, ein rustikaler Holzboden und eine gemütliche Sitzecke, die zum Kaffeetrinken einlädt – es macht sich ein wohlig-warmes Gefühl breit, wenn man das Café betritt.
Hier finden Interessierte alles rund um das Thema Wolle und gleichzeitig soll es ein kommunikativer Treffpunkt sein, um in Fachzeitschriften zu blättern und dabei einen Kaffee zu trinken. „Von der Omi im Lehnstuhl als auch ein Volksschulkind, das gerade stricken lernt, genauso der Profi als auch ein Rookie, die Menschen die ins Wollcafé kommen haben alle eines gemeinsam: sie wollen alle ein Einzelstück herstellen“, sagt Claudia Zelinsky im Interview mit SALZBURG24.
War Stricken noch vor einem Jahrzehnt ein „Oma-Hobby“, so hat sich in den letzten Jahren das Stricken zu einem Trend vor allem für junge Menschen entwickelt. Auf zahlreichen Internet-Foren posten junge Menschen ihre neuesten Kreationen von Snowboard-Hauben, Beanie-Mützen oder Schals. Bei weitem Stricken nicht nur mehr Frauen, auch Männer haben das Hobby für sich entdeckt.
„wollzimmer“-Eigentümerin Claudia Zelinsky entdeckte ihre Liebe zur Handarbeit bereits vor einigen Jahren. Was zunächst ein privates Hobby war, entwickelte sich bald zur Geschäftsidee: „Ich begann die Hauben in Boutiquen in der Salzburger Getreidegasse und in Gmunden zu beliefern. Kurz darauf wurde die Nachfrage immer größer und so habe ich beschlossen nicht nur fertig verarbeitete Produkte, sondern auch das Rohmaterial zu verkaufen“, so Claudia Zelinsky.
„Die Idee mich selbstständig zu machen, brodelte schon lange in mir. Nachdem ich sehr kreativ bin habe ich in meinem Leben mit vielen verschiedenen Materialien gearbeitet. Von Wolle aber war ich immer am meisten fasziniert. Das ist zum einen, dass es sie in ganz vielen Materialien, Stärken und Farben gibt und zum anderen die Verarbeitungsmöglichkeit, dass man aus einem langen Faden eine Fläche, ja sogar ein ganzes Kunstwerk erstellen kann. Man kann Wolle stricken, häkeln, filzen, weben – und sogar einen Couchtisch daraus machen“, erzählt die 33-jährige Wollcafé-Besitzerin begeistert.
Um das den Salzburgern neben dem Geschäft zusätzlich näher zu bringen, bietet Claudia Zelinsky gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin und Handstrickerin Daniela Gunz jeden zweiten Donnerstag einen Strickkurs an. Der Kurs ist je nach Können frei wählbar. Dann werden Socken gestrickt, Hauben gehäkelt oder Patschen gefilzt. Es gibt auch offene Strickrunden, wo die Teilnehmer Strickzeug selbst mitnehmen können. Zwar hat das Geschäft einen modernen Touch, dennoch hat man das Gefühl, dass die Zeit hier etwas langsamer tickt. „Genau das möchte ich bewirken, die Menschen sollen sich Zeit nehmen und können ruhig durchstöbern. Mir ist wichtig, dass sich die Leute hier wohlfühlen. Besonders schön finde ich es, dadurch eine Tradition wieder aufleben zu lassen.“, so Claudia Zelinsky.