Ersthelfer in Tansania: Flachgauerin berichtet von Einsatz

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Freiwillige des Roten Kreuzes Tansania untersützen Anna Siegl (Mitte) und ihre Kollegen.
Freiwillige des Roten Kreuzes Tansania untersützen Anna Siegl (Mitte) und ihre Kollegen. - © Rotes Kreuz Salzburg
Anfang Oktober ist Anna Siegl gemeinsam mit dem Salzburger Arzt Adolf Schöppl nach Tansania aufgebrochen. Vor Ort übernahm die Flachgauerin die Organisation für ein mehrmonatiges Projekt des Roten Kreuzes, bei dem Ersthelfer vor Ort ausgebildet werden. Im Interview mit SALZBURG24 erzählt sie, was sie bei ihrem ersten Auslandseinsatz erlebt hat.




Anna Siegl unterrichtet beim Roten Kreuz hauptberuflich in der Akademie, als Freiwillige leitet sie den Rotkreuz-Stützpunkt Salzburg-Nord. Für das Ersthelfer-Projekt in Tansania ist sie das erste Mal im Ausland im Einsatz gewesen.

Siegl: “Frauenbild ist in Afrika noch ganz anders”

Nach zweitägiger Anreise über München, Brüssel und Uganda hat sie gemeinsam mit Adolf Schöppl mit dem organisatorischen Aufbau vor Ort begonnen. “Meine Aufgabe war dafür zu sorgen, dass dieses Projekt in der Region Kagera anläuft. Zu klären war etwa: Ist das sicher für unsere Leute? Wie viel Unterstützung bekommen wir vor Ort?”, erklärt Siegl. Herausfordernd war für sie vor allem, sich als Frau und Führungsperson zu etablieren: “Das Bild der Frau ist in Afrika einfach noch ein anderes. Und das hat man auch gemerkt. Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich von den Männern akzeptiert wurde. Da brauchte es auch von mir ein gewisses Feingefühl. Aber es hat gut funktioniert und bei der Abschlussbesprechung waren die Chefs der Distrikte auch sehr herzlich zu mir”, schildert sie.

Bis zu 300 Ersthelfer werden ausgebildet

Das Projekt wird auch vor Ort sehr gut angenommen. Das Rote Kreuz ist zuversichtlich, in den nächsten Monaten bis zu 300 Ersthelfer ausbilden zu können. Der Grundgedanke ist “Hilfe zur Selbsthilfe” und in Kooperation mit dem Roten Kreuz Tansania werden Ersthelfer geschult und solche, die in Zukunft selbst Erste Hilfe-Kurse geben können. Die ist vor Ort besonders wichtig, da es kein Rettungssystem gibt wie bei uns, erläutert Siegl.

“Kagera ist eine eher sichere Region”

Unsicher hat sie sich zu keinem Zeitpunkt gefühlt: “Das ist natürlich Afrika und als Frau geht man damit schon mit Respekt um. Ich hatte aber den Luxus, dass ich mit einem Arzt und zwei männlichen Kollegen aus Tansania unterwegs war. Die Kollegen vor Ort lassen einen auch nicht alleine und Kagera ist eine eher sichere Region.” Außerdem bereiten sich die Freiwilligen gut auf ihren bevorstehenden Einsatz vor und es sei jedem klar, wohin man fahre, sagt Siegl.

Geburtstagsgrüße aus Tansania

Besonders in Erinnerung bleiben wird Siegl die “irrsinnig schöne Landschaft” rund um den Viktoria See und die Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen vor Ort. Zu ihrem Geburtstag haben ihr die Freiwilligen ein Video geschickt und ihr auf Deutsch gratuliert: “Also man sieht, obwohl ich nur wenige Tage dort war, hat sich bereits ein ziemlich intensiver Kontakt aufgebaut. Schön war auch zu sehen, wie glücklich die Menschen dort trotz ihrer Armut sind und wie groß der Zusammenhalt ist.”

Das Projekt des Roten Kreuzes läuft noch bis Dezember, kurz vor Weihnachten kommen die letzten Freiwilligen von ihrem Einsatz zurück nach Salzburg. Ob Siegl nochmals nach Bukoba reist, ist noch nicht klar und kommt auch darauf an, wie gut das Projekt läuft. “Es wäre aber schon ein Wunsch von mir, nochmals hinunter zu fahren”, so die Ausbildnerin.

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