EU-Gipfel in Salzburg: Die Luftraumüberwachung im Detail

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Die Eurofighter des Bundesheeres wird man in den nächsten Tagen wohl öfters über Salzburg zu Gesicht bekommen.
Die Eurofighter des Bundesheeres wird man in den nächsten Tagen wohl öfters über Salzburg zu Gesicht bekommen. - © FMT-Pictures/MW
Während des EU-Gipfels am Mittwoch und Donnerstag in der Stadt Salzburg richtet das österreichische Bundesheer gemeinsam mit der deutschen Luftwaffe ein weitreichendes Flugbeschränkungsgebiet ein. Wie die Luftraumüberwachung an diesen zwei Tagen genau funktioniert und wie ein Abfangeinsatz abläuft, erklärten die Militärs am Dienstag bei einer Pressekonferenz.




Eingerichtet wird demnach ein Flugbeschränkungsgebiet mit einem Radius von 60 Kilometer über der Stadt Salzburg. Es umfasst somit auch Teile von Bayern, Oberösterreich und Tirol. In Kraft treten wird das Flugbeschränkungsgebiet am Mittwoch um 13 Uhr und dauert bis Donnerstag um 20 Uhr. In dieser Zeit überwacht das Bundesheer das Gebiet vom Boden und der Luft aus. Dazu wurde am Montag auch ein Radar am Gaisberg in Stellung gebracht. 850 Soldaten sind insgesamt im Einsatz.

Das Flugbeschränkungsgebiet im Detail

Um dieses Flugbeschränkungsgebiet bestmöglich überwachen zu können, setzt das Bundesheer je nach Flughöhe unterschiedliche Flugzeug-Typen ein. Die Überwachung des Bereichs in unmittelbarer Bodennähe übernehmen bewaffnete Helikopter vom Typ OH-58B. Darüber wird der Luftraum von bewaffneten Schulungsflugzeugen wie der Pilatus PC-7/OE geschützt. In Höhen von rund 3.000 bis 4.000 Meter über dem Boden fliegen Eurofighter und Saab 105 Ö, die dem Heer dabei auch als zusätzliche Radarstationen dienen.

Wie läuft ein Einsatz ab?

Über dem abgesperrten Luftraum läuft weiter der alltägliche zivile Flugverkehr. Das Bundesheer hat dabei jede Flugbewegung im Auge und überwacht alle Flugpläne. Sollte sich ein Flugzeug nähern, das sich nicht so verhält, wie es sollte, werden umgehend die Abfangjäger darauf angesetzt. “Die Abfangjäger eskortieren die Maschine dann und können im Extremfall auch wirksam werden (bis zum Abschuss, Anm.)”, so Generalmajor Karl Gruber, Kommandant der Luftstreitkräfte, beim Pressegespräch am Dienstag. Solche Vorkommnisse sind offenbar gar nicht so selten, sie kommen durchschnittlich etwa 60 Mal im Jahr vor. Wie Eurofighter-Pilot Dietrich Springer angab, ist es zu solchen Einsätze auch schon im Zuge vergangener Großveranstaltungen gekommen.

Probleme beim Grenzübertritt in der Luft

Da das Flugbeschränkungsgebiet zu einem großen Teil auch in Bayern liegt, arbeitet das Bundesheer hier intensiv mit der deutschen Luftwaffe zusammen. Anders als die Polizei, die im Grenzraum durchaus Straffälligen über die Landesgrenze hinaus nacheilen darf, gilt dies für das Militär nicht. Es ergibt sich also das Problem, dass die Jets nicht in den jeweiligen Luftraum des anderen Landes eindringen dürfen. Sollte ein verdächtiges Flugzeug nun die Grenze überqueren, muss es von den Abfangjägern des jeweiligen Landes weiter verfolgt werden.

Um hier gesetzlich nachzubessern, befindet sich ein Abkommen zur Zusammenarbeit im Bereich der grenzüberschreitenden Sicherung des Luftraums bereits in der Sondierungsphase. Erste Verhandlungen dazu sollen noch im Herbst in Berlin beginnen.

Bereits fünfter Einsatz für das Bundesheer

Für das Bundesheer ist der Einsatz in Salzburg der bereits fünfte dieser Art in diesem Jahr. Die Erfahrungen, die dabei gesammelt wurden, zeigen offenbar, dass das Bundesheer hier auf dem richtigen Weg ist: “Unsere Verfahren haben sich bewährt. Österreich spielt in diesem Gebiet sicherlich in der Oberliga mit“, so Gruber. Eine Herausforderung beim Schutz des Luftraumes stellt allerdings die Drohnentechnologie dar. Aktuell wird an einem Drohnenabwehrsystem gearbeitet, umgesetzt ist es allerdings noch nicht.

Gruber sieht das Bundesheer für diesen Einsatz bestens vorbereitet. Die aktuelle Bedrohungslage werde zudem als gering eingeschätzt.

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