7. August 2012 16:33; Akt.: 7.08.2012 16:57

Euro-Zone steuert auf neue Rezession zu

Die Euro-Zone steuert auf eine neue Rezession zu. Die drittgrößte Volkswirtschaft Italien schrumpfte im Frühjahr bereits das vierte Quartal in Folge. Aber auch die Aufträge der starken deutschen Industrie schrumpften im Juni so stark wie seit Herbst 2011 nicht mehr.

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Ökonomen gehen davon aus, dass die gesamte Währungsunion im Sommer zum ersten Mal seit dem Krisenjahr 2009 in die Rezession rutscht. Das Bruttoinlandsprodukt Italiens sank zwischen April und Juni um 0,7 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Istat am Dienstag mitteilte. Ökonomen hatten nur ein Minus von 0,6 Prozent erwartet. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung mit 0,8 Prozent so stark gefallen wie seit drei Jahren nicht mehr. Der Industrieverband Confindustria befürchtet für 2012 ein Minus von 2,4 Prozent – das wäre doppelt so viel wie von der Regierung prognostiziert.

Harte Sparmaßnahmen in Italien

Zum erneuten Rückgang im Frühjahr dürften die schweren Erdbeben beigetragen haben, die die Emilia-Romagna erschütterten und dort viele Industriebetriebe lahmgelegt haben. Experten sehen den Hauptgrund für die Misere aber in den harten Sparmaßnahmen der Regierung. “Sie belasten die Wirtschaft”, sagte Analyst Vincenzo Bova von MPS Capital Services.

Die kriselnde Euro-Zone und die schwächere Weltkonjunktur bekommt auch die deutsche Industrie zu spüren. Deren Aufträge fielen im Juni um unerwartet starke 1,7 Prozent. Dies war der größte Rückgang seit November 2011. “Das macht sehr deutlich, dass die deutsche Binnenkonjunktur nicht gegen Rückschläge immun ist”, sagte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer. Zu Jahresbeginn expandierte Europas größte Volkswirtschaft noch um kräftige 0,5 Prozent, was die gesamte Währungsunion vor einer Rezession bewahrte.

Rezession unvermeidbar

Die wird sich nach Einschätzung von Experten nun aber nicht mehr vermeiden lassen. Spanien, die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Euro-Zone, schrumpfte im Frühjahr um 0,4 Prozent. In Belgien ging es um 0,6 Prozent nach unten. Nach einer Reuters-Umfrage unter Analysten dürfte das Bruttoinlandsprodukt in der Euro-Zone um 0,3 Prozent fallen. Die Daten werden kommende Woche bekanntgegeben. Für den Sommer zeichnet sich ein erneutes Minus ab.

 



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