Europäische Literaturtage eröffnen im Zeichen der EU-Politik

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Menasse träumt von einer "Europäischen Republik"
Menasse träumt von einer "Europäischen Republik" - © APA
Für die Errichtung einer “Europäischen Republik” plädierten der Schriftsteller Robert Menasse und die Politikwissenschafterin Ulrike Guerot anlässlich der Eröffnung der 8. Europäischen Literaturtage im Klangraum Krems Minoritenkirche. Bis Sonntag folgt noch ein Symposium in Spitz zum diesjährigen Leitthema “Die Kolonisten”.

Menasse (“Der Europäische Landbote”) und Guerot, die derzeit eine Professur für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems innehat, haben ein Manifest zur “Gründung einer Europäischen Republik” verfasst und sehen in der Überwindung der Nationalstaaten die Prämisse für die Einlösung der Grundidee der europäischen Einigung. Diese müsse mit der Einlösung des Gleichheitsgrundsatzes einhergehen: Für alle EU-Bürger müsse gleiches Recht gelten, forderten Menasse und Guerot. 

Europa müsse auch eine Bürgerunion und eine Sozialunion darstellen, in der z.B. eine europäische Arbeitslosenversicherung machbar wäre. Auch wirtschaftlich sieht Menasse Koordinationsbedarf: “Der Euro ist die erste Währung seit der Kaurimuschel ohne gemeinsame Finanzpolitik.” An die Stelle der Nationalstaaten sollten nach Ansicht der beiden Autoren regionale politische Verwaltungseinheiten treten.

Namhafte internationale Autoren wie Hans Christoph Buch, Tim Parks, Mathias Enard und Najem Wali gehen in den kommenden Tagen in Spitz u.a. den Fragen nach, wohin sich das europäische Literaturleben bewegt, wie Literatur im digitalen Zeitalter sichtbar bleiben kann und wodurch Bücher Aufmerksamkeit erhalten. Lesungen (u.a. mit Franzobel) und musikalische Einlagen ergänzen das Programm der von Walter Grond geleiteten Literaturtage.

(APA)

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