Ex-Mitglieder gegen “Zerstörung” des Künstlerhauses

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Jene Künstler, die kürzlich nach Unstimmigkeiten aus dem Künstlerhaus-Verein ausgeschlossen wurden, haben am Mittwoch ihrem “Protest gegen die Zerstörung des Wiener Künstlerhauses” Ausdruck verliehen. Anfang 2017 sei ein wesentlicher Ausstellungsbereich des Künstlerhauses – der große Plastikersaal mit seinem historischen Glas-Stahl-Dach – demoliert worden.

Die Kritiker – darunter die ehemaligen Künstlerhaus-Präsidenten Joachim Lothar Gartner und Manfred Nehrer – verweisen in den Presseunterlagen auf einen Bescheid des Bundesdenkmalamts (BDA) aus dem Jahr 2008, wonach die restlichen historischen Stahltragwerke erhalten bleiben sollten. Im Jahr 2016 gab es jedoch einen erneuten Bescheid, in welchem dem Abriss der Konstruktion stattgegeben wurde. “Das Bundesdenkmalamt kann seine Meinung im Laufe der Zeit auch ändern”, sagte Künstlerhaus-Geschäftsführer Peter Zawrel im Gespräch mit der APA. So habe die Behörde 1964 etwa zugestimmt, das Künstlerhaus abzureißen, 15 Jahre später hat das BDA das Haus unter Denkmalschutz gestellt, 2008 folgte ein Bescheid, in dem bestimmte Tragwerkkonstruktionen als erhaltenswert eingestuft wurden.

Der Entscheidung von 2016 sei nun ein “langwieriger Prozess voraus gegangen”, da der Plan ursprünglich nicht vorgesehen hatte, über den Plastikersaal zu bauen, was nun aufgrund des Platzbedarfs für Büroräume und einen Veranstaltungssaal nötig geworden sei, so Zawrel. Manfred Nehrer habe im Jahr 1996, als Karlheinz Essl dasselbe vorgehabt habe, nichts einzuwenden gehabt. “Heute sagt Nehrer, es sei der Untergang”, zeigte sich Zawrel überrascht. Das BDA habe verschiedene andere Aspekte höher bewertet, etwa die Symmetrie des Hauses am Platz.

Die ausgeschlossenen Künstler kritisieren nun, dass die Stahl-Glas-Konstruktion zerstört worden sei, “um ein zusätzliches Geschoß schaffen zu können, damit ohne Rücksicht auf den historischen Bau möglichst viele Nutzflächen lukriert werden können”, wie es in dem Schreiben, das u.a. auch von Ulrike Truger und Ona B sowie den Architekten Martin Kohlbauer und Dimitris Manikas unterschrieben ist, heißt.

“Für uns fühlt es sich so an, als ob unser Vereinsvermögen seinem ursprünglichen Zweck entzogen worden wäre”, so die Künstler. “Es ist viel zerstört worden – nicht nur der Plastikersaal mit der Glasdachkonstruktion und die Nebensäle, auch die funktionierenden Strukturen des Vereins wurden ausgehöhlt und die Kommunikation ist völlig eingeschränkt. Mitgliedern wird bei Klagsandrohung verboten über Vereinsinterna zu sprechen”, heißt es mit Verweis auf die in den Statuten des Künstlerhauses festgeschriebene Meinungsvielfalt.

Kritik kam auch vom Grünen Kultursprecher Wolfgang Zinggl: “Das Gebäude wird nach den Vorstellungen von maximaler Raumnutzung umgebaut – ohne Rücksicht auf seine historischen Besonderheiten. Dass hier das Bundesdenkmalamt einmal mehr eine mehr als bedenklich Rolle spielt, gehört schon fast zum Standardprogramm großartiger Public-Private-Geschäfte. Ein voller Triumph vorbildlicher Kulturpolitik…”

Ende 2015 wurde die Neugründung einer Betreibergesellschaft für das Künstlerhaus beschlossen, an welcher Hans-Peter Haselsteiners Familienprivatstiftung 74 Prozent und das Künstlerhaus die restlichen 26 Prozent halten. So soll die Haselsteiner-Stiftung die Kosten für die Sanierung und Erhaltung des Gebäudes tragen, wofür ein Teil der Fläche für Ausstellungen zur Verfügung steht. Haselsteiner hatte im Zuge der bauMax-Turbulenzen die Kunstsammlung von Firmengründer Karlheinz Essl durch eine Überführung in eine neue Besitzgesellschaft, an der seine Familienstiftung 60 Prozent hält, gesichert. Diese wurde der Albertina kürzlich als Dauerleihgabe übergeben und soll teils im Künstlerhaus präsentiert werden.

(APA)

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