Experten fordern höheres Alterslimit beim Rauchen

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Experten warnen vor Erkrankungen, die durch Rauchen entstehen können (Symbolbild).
Experten warnen vor Erkrankungen, die durch Rauchen entstehen können (Symbolbild). - © APA/dpa-Zentralbild/Arno Burgi
In Krems tagen die Landesjugendräte, auch zu der diskutierten Anhebung des Schutzalters beim Rauchen auf 18 Jahre. Als vehemente Fürsprecher meldeten sich führende österreichische Experten bei einem Workshop der zentraleuropäischen Initiative gegen Lungenkrebs in Prag zu Wort. Selbst mit der Anhebung des Alterslimits bleibe Österreich bei der Tabakkontrolle international weit zurück, sagten sie.

“Man kann doch nicht die Bevölkerung schädigenden Substanzen aussetzen, die 50 Prozent der Benutzer umbringen. Ich erlebe täglich in meiner Arbeit neue menschliche Tragödien durch die Lungenkrebserkrankung”, sagte der Organisator des Meetings, der Wiener Lungenkarzinomspezialist Robert Pirker (MedUni Wien/AKH), gegenüber der APA.

“Rauchen bis zum 25. Lebensjahr verbieten”

Der Linzer Lungenspezialist Kurt Aigner, führender Proponent der österreichischen Initiative “Ärzte gegen Raucherschäden”, sagte: “70 Prozent der Raucher fangen damit vor dem 19. Lebensjahr an. Es gibt eine neue Untersuchung bei 15-jährigen Schülern. 68 Prozent bekamen die Zigaretten in der Trafik, 48 Prozent über die Zigarettenautomaten. Wir sind in Österreich mit dem Schutzalter unter 18 Jahren mit Luxemburg und Belgien weit hintennach.” In den USA sind in einigen Bundesstaaten bereits Altersgrenzen von 21 eingeführt worden.

Aigner sagte: “Während Staaten wie Irland oder Frankreich in der EU bei der Tabakkontrolle ganz weit vorn sind, setzt Österreich die geforderten Maßnahmen immer erst im letzten Augenblick durch. Laut Toxikologen müsste man eigentlich das Rauchen bis zum 25. Lebensjahr verbieten, denn erst da ist die Entwicklung des Gehirns abgeschlossen.” Die derzeit noch geltenden Verkaufsverbote für Zigaretten an unter 16-Jährige würden zu wenig kontrolliert, die Strafen bei Verstößen fielen zu gering aus. Der Lungenspezialist sagte: “Es gibt dann Strafen von 1.500 bis 2.000 Euro. Und bei einem Einspruch werden sie zumeist herabgesetzt.”

Bis zu 14.000 “Rauchertote” in Österreich

In Österreich greifen je nach Umfrage (2015) zehn bzw. 16 Prozent der 15-Jährigen täglich zum Glimmstängel. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich dieser Anteil bei den 15-jährigen Schülern allerdings halbiert. Damit liegt Österreich etwa im EU-28-Durchschnitt. Bei den über 15-Jährigen ist die Raucherquote mit 21 bzw. 24 Prozent (je nach Befragung) allerdings über dem EU-Durchschnitt, hieß es vor kurzem bei der Vorstellung des aktuellen österreichischen Drogenberichtes. 2014 starben 2.449 Männer und 1.456 Frauen an einem Lungenkarzinom. Die Zahl der “Rauchertoten” insgesamt dürfte in Österreich pro Jahr bei 12.000 bis 14.000 Personen liegen.

(APA)

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