Experten im Kampf gegen Arbeitslosigkeit uneinig

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Unterschiedliche Konzepte
Unterschiedliche Konzepte
Während Wirtschaftsvertreter vor allem in einer Senkung der Lohnnebenkosten und in Bildungsmaßnahmen ein wirksames Rezept zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sehen, setzen ÖGB und Arbeiterkammer eher auf eine Lohnsteuersenkung, um den Konsum anzukurbeln. Andere Arbeitsmarktexperten sind davon überzeugt, dass die Unternehmen mehr Jobs schaffen werden, wenn sie höhere Löhne zahlen müssen.


Für den Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer, ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt “mehr als besorgniserregend”. Eine Besserung sei nicht in Sicht, da eine konjunkturelle Erholung nicht absehbar sei, sagte Neumayer am Mittwoch in einer Aussendung. Die IV fordert eine Senkung der Arbeitszusatzkosten, insbesondere bei der Unfallversicherung und beim Familienlastenausgleichsfonds gebe es “erhebliches Potenzial zur Beitragssenkung”. Wichtig wären auch Reformen im Bildungssystem, da fast die Hälfte aller Arbeitslosen höchstens einen Pflichtschulabschluss habe.

Ein Senkung der Lohnnebenkosten – etwa des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung – fordert der Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Martin Gleitsmann.

Bernd Achitz, Leitender Sekretär im ÖGB, sieht ein einer Steuerentlastung für niedrige und mittlere Einkommen ein Erfolg versprechendes Rezept gegen die Arbeitslosigkeit, da dieses Geld direkt in den Konsum fließen und damit die Wirtschaft ankurbeln würde.

Auch für AK-Vizepräsidentin Dwora Stein wäre eine Senkung der Lohnsteuer “ein zentrales Element”. Sie wünscht sich auch Strafzahlungen für Betriebe, die nicht genügend ältere Arbeitnehmer beschäftigen (Bonus-Malus-System).

In die selbe Kerbe schlägt auch der SPÖ-nahe Pensionistenverband Österreichs (PVÖ), der außer dem Bonus-Malus-System auch eine Negativsteuer für Bezieher niedriger Pensionen fordert.

Vor der Einführung eines Bonus-Malus-Systems warnt hingegen die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reiterer. “Wer junge Mitarbeiter einstellt, wird künftig bestraft.” Reiterer sieht in ihrer Branche einen Jobmotor. “In der Hotellerie gab es im September um 13,6 Prozent oder 1.680 offene Stellen mehr, in der Gesamtwirtschaft um 0,5 Prozent weniger.”

Die Sozialistischen Jugend meint, dass die Unternehmen mehr Arbeitsplätze schaffen würden, wenn sie für die gleiche Arbeit künftig mehr bezahlen müssten. SJ-Vorsitzende Julia Herr fordert deshalb eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden sowie die Einführung einer 6. Urlaubswoche. Auch nach Ansicht von Judith Pühringer vom Verein Bundesdachverband für Soziale Unternehmen (bdv austria) führt “an Arbeitszeitverkürzung kein Weg vorbei” – sie schlägt ebenfalls 35 Wochenstunden bei möglichst vollständigem Lohnausgleich für untere Einkommen vor.

FPÖ-Sozialsprecher Herbert Kickl hat die Ausländer als zentrales Problem des österreichischen Arbeitsmarktes identifiziert. “Das Boot ist voll”, brachte Kickl den FPÖ-Standpunkt heute in einer Aussendung auf den Punkt. Solange Österreich in manchen Branchen keine Jobs finden würden, “muss man die Gangway einziehen”.

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