F1-Drama in der Dämmerung – Rosberg sehnt Krönung herbei

Akt.:
Nico Rosberg visiert den WM-Titel an
Nico Rosberg visiert den WM-Titel an - © APA (AFP)
An der Stätte seiner schmerzhaftesten Niederlage in der Formel 1 will Nico Rosberg den berauschendsten Triumph seiner Karriere feiern. 252 Tage nach dem Start in die Marathonsaison möchte sich der deutsche Mercedes-Pilot am Sonntag (14.00 Uhr MEZ) in Abu Dhabi erstmals zum Weltmeister krönen.

Ungeachtet seiner Führung auf Stallrivale Lewis Hamilton will Rosberg aber auch im Saisonfinale auf dem Yas Marina Circuit auf Sieg fahren. “Es ist ein großartiges Gefühl, im dritten Jahr in Folge gegen Lewis um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Ich werde alles geben, um die Saison mit einem Sieg abzuschließen”, versicherte der 31-jährige, der als insgesamt 33. Fahrer Champion in der Königsklasse des Motorsports werden könnte.

Rosberg schöpft Kraft für Nervenkrimi

Rosberg hat im Kreis von Familie und Freunden für das ultimative Nervenduell Kraft geschöpft. Zwölf Punkte hat der Sohn des finnischen Ex-Weltmeisters Keke Rosberg in der Fahrerwertung Vorsprung auf Hamilton. Rast er also neuerlich aufs Podest, ist er völlig unabhängig vom Abschneiden seines Dauerrivalen der dritte deutsche Formel-1-Champion nach Michael Schumacher (mit sieben Titeln Rekordhalter) und Sebastian Vettel (vier).

“Je enger, desto mehr freue ich mich”

Der in diesem Jahr mental weiter gereifte Rosberg wird sich im Duell in der Dämmerung mit Hamilton aber keinen Spannungsabfall erlauben. “In diesem Sport ist nichts einfach, auch diesmal nicht. Ich muss erneut alles geben, um ein gutes Ergebnis einzufahren”, kündigte der WM-Spitzenreiter an. Der sich nun final zuspitzende Zweikampf scheint ihn sogar nochmals zu beflügeln. “Je enger es wird, desto mehr freue ich mich darauf”, meinte Rosberg.

Abu Dhabi ist jedoch für Rosberg kein unbelasteter Grand Prix. 2014 reiste er als Jäger von Hamilton mit WM-Chancen an. Nach einem Defekt an seinem “Silberpfeil” schleppte sich Rosberg gerade mal als 14. ins Ziel. Hamilton siegte und wurde zum zweiten Mal Weltmeister.

Die Geschichte soll sich aus Sicht des deutschen Vorjahressiegers nun nicht wiederholen. Hamilton hätte gegen diese Konstellation hingegen nichts. Den Coup hat der Brite längst nicht mehr in der eigenen Hand, ihn spornt diese Ausgangslage aber an.

Hamilton und Rosberg sollen top vorbereitete Boliden erhalten

“Es war keine perfekte Saison und es scheint an diesem Wochenende schier unmöglich zu sein, egal was ich tue”, räumte der dreifache Weltmeister aus England ein, der mit zuletzt drei Siegen en suite vielleicht zu spät in Topform gekommen ist. “Aber ich kann und werde nicht aufgeben. Man weiß nie, was passiert – egal, wie unmöglich es auch erscheinen mag.”

Die Mercedes-Crew arbeitet indes an der Zuverlässigkeit der Autos. Ein Finale wie vor zwei Jahren, als Rosbergs Bolide stotterte, will sie unbedingt vermeiden. Ein Rennen wie in diesem Jahr in Malaysia, als Hamilton nach einem Motorschaden siegessicher rausflog, wäre eine Katastrophe. “Gemeinsam müssen wir nun noch eine letzte sehr wichtige Pflicht in dieser Saison erfüllen: Wir müssen Nico und Lewis die Basis geben, um ihren Kampf bis zur Zielflagge untereinander auszufechten. Beide waren außergewöhnlich und jeder von ihnen wäre ein würdiger Weltmeister”, betonte Motorsportchef Toto Wolff.

Technikdirektor Paddy Lowe pflichtete dem 44-jährigen Wiener bei. “Unser Hauptziel ist es, dass die WM in einem fairen Kampf auf der Strecke entschieden wird”, erklärte der Brite. Die Formel 1 soll nach der mit 21 Rennen längsten Saison ihrer Geschichte in einem packenden Schlussakt ihren Weltmeister 2016 finden. “Nach solch einem Marathon-Kampf kann der Sieger wahrlich von sich behaupten, dass er es verdient hat”, bekräftigte Wolff.

(APA/dpa)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen