Fall Lucile K.: Verdächtiger bestreitet Vorwürfe

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Am Freitag ist ein Verdächtiger verhaftet worden. (Symbolbild)
Am Freitag ist ein Verdächtiger verhaftet worden. (Symbolbild) - © APA (Symbolbild)
Im Fall der vor über drei Jahren in Kufstein getöteten 20-jährigen Studentin Lucile K. aus Frankreich ist am Freitag ein 40-jähriger, rumänischstämmiger Fernfahrer als Tatverdächtiger festgenommen worden. Dies teilte der leitende Staatsanwalt bei einer Pressekonferenz am Samstag in Endingen in Deutschland mit. Der Täter soll im November dort auch eine Joggerin getötet haben.

Der 40-Jährige war am Freitag gegen 14.00 Uhr in Deutschland festgenommen worden und befinde sich seit Samstagnachmittag in Untersuchungshaft. Bei einer ersten Einvernahme habe der Mann die Taten bestritten, erklärten die deutschen Ermittler. Die Spur mit der Nummer 4.334 habe schließlich zur Festnahme des Mannes geführt, sagte Bernhard Rotzinger, Polizeipräsident von Freiburg.

Maut-Abrechnung brachte Ermittler auf richtige Spur

Maut-Abrechnungsdaten aus Kufstein brachten die Ermittler letztendlich auf die Spur des 40-Jährigen. Über 50.000 dieser Daten seien der deutschen Polizei von Österreich zur Verfügung gestellt worden, erklärte Richard Kerber, Leiter der SOKO-Erle, die extra für den Fall der 27-jährigen Joggerin gegründet worden war. Mithilfe dieser Daten und der Tatwaffe aus Kufstein, die einem bestimmten Lkw-Fabrikat zugeordnet werden konnte, kontaktierte die deutsche Polizei zahlreiche Speditionen aus der Umgebung. Eine von ihnen hatte sich dann am Mittwoch zurückgemeldet.

Speichelprobe überführt “Spurenleger”

Indizien ergaben, dass ein Mitarbeiter dieser Spedition für die Tat in Endingen verantwortlich sein könnte. Unter anderem war sein Handy zum Tatzeitpunkt am Tatort eingeloggt. Die Polizei nahm daraufhin eine Speichelprobe des Mannes, denn die Ermittler hatten an beiden Opfern DNA-Spuren der selben Person gefunden. Die Auswertung der Speichelprobe ergab letztendlich, dass es sich bei dem 40-Jährigen um den “Spurenleger” handle, hieß es.

Die Kriminalisten zeigten sich erleichtert, dass die beiden Fälle doch noch zu einer Auflösung gekommen sind. “Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass der Fall Lucile geklärt zu sein scheint”, meinte der ebenfalls bei der Pressekonferenz anwesende Tiroler LKA-Chef Walter Pupp. Sie hätten noch am Tag der Festnahme die Familie der jungen Französin informiert.

Ermittler hatten keinen Zweifel, dass Täter derselbe war

Der Verdacht, dass es sich um einen Fernfahrer handeln könnte, habe sich bereits relativ rasch nach der Tat in Kufstein ergeben, sagte Pupp. Beide Opfer waren an einem Sonntag getötet worden – also an einem Tag an dem in beiden Ländern ein Lkw-Fahrverbot besteht. Neben der übereinstimmenden DNA-Spur ließ auch eine Reihe anderer Umstände die Ermittler nicht daran zweifeln, dass beide Verbrechen von ein und dem selben Täter begangen worden waren. Beide Opfer wurden mit massiver Gewalteinwirkung erschlagen – Lucile mit einer Eisenstange, die bei hydraulischen Hebesystemen etwa bei Lkw-Führerkabinen zum Einsatz kommt. Auch in Deutschland dürfte die Tatwaffe eine Art Eisenstange gewesen sein, sie blieb aber bis zuletzt verschwunden. Darüber hinaus wurden beide Opfer sexuell missbraucht.

Im Jänner 2014 wurde die Leiche der Frau entdeckt./APA/Archiv Im Jänner 2014 wurde die Leiche der Frau entdeckt./APA/Archiv ©

Französin tot in Waldstück gefunden

Die 27-jährige Deutsche war am 10. November, vier Tage nach ihrem Verschwinden, tot in einem Waldstück nahe ihrem Wohnort gefunden worden. Die Frau wurde vergewaltigt und umgebracht. Die Leiche der Französin, die aus der Gegend von Lyon stammte und im Rahmen eines Auslandssemesters in Kufstein studiert hatte, war am 12. Jänner 2014 von Polizisten am Ufer des Inns entdeckt worden. Freunde und Studienkollegen hatten die junge Frau als vermisst gemeldet. Todesursache waren laut Obduktion heftige Schläge auf den Kopf. Taucher fanden schließlich die Tatwaffe im Inn.

(APA)

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