Fall Roland K.: Alle Angeklagten schuldig gesprochen

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Richter Christian Uretz erwartet das Urteil.
Richter Christian Uretz erwartet das Urteil. - © Neumayr/Leo/Archiv
Zwei Monate nach Prozessbeginn sowie rund ein Jahr nach Fund der Leiche und knapp zwei Jahre nach dem mutmaßlichen Mord fiel Mittwoch das Urteil des Geschworenengericht im Fall des getöteten Salzburgers Roland K.. Alle Angeklagten wurden wegen Mordes schuldig gesprochen. Sie erhielten teils hohe Haftstrafen.

Die Angeklagten erhielten Freiheitsstrafen zwischen sieben und 16 Jahren, wie der ORF-Salzburg berichtet. Der Musiker erhielt 15 Jahre Haft, er wird in einer Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähige Rechtsbrecher eingeliefert werden. Die höchste Strafe erhielt der mitangeklagte Gastronom: Er wurde zu 16 Jahren verurteilt. Die 21-Jährige erhielt sieben Jahre Haft. Die Schuldsprüche sind noch nicht rechtskräftig.

Die Hintergründe:

Laut Anklage sollen der Musiker und seine damalige Freundin den vermögenden Akademiker nach der Verabreichung von Pralinen, in die sie sieben bis acht Tabletten des Schlafmittels Noctamid gemischt hätten, in dessen Villa in der Stadt Salzburg am 19. Juli 2016 getötet haben. Roland K. sei gefesselt und geknebelt auf einer Matratze im Keller seines Hauses alleine zurückgelassen worden. Der Wirt, der ein Freund des Musikers war, habe das Paar zu der Tat angestiftet. Das Motiv: Die Beschuldigten hätten aus dem Nachlass des Salzburgers ein schönes Leben führen wollen.

Leiche in Futtertrog versteckt

Die Leiche von Roland K. wurde am 12. Mai 2017 in einem aufgelassenen Schweinestall auf dem Grundstück des Gastronomen im Innviertel nach einem Hinweis des bereits in Verdacht geratenen Musikers gefunden. Die Leiche sollen die zwei Männer in einem alten Futtertrog versteckt haben. Sie war so stark verwest, dass die Gerichtsmedizin keine Todesursache feststellen konnte. Staatsanwältin Sabine Krünes geht davon aus, dass der Akademiker gewaltsam erstickt ist.

Krünes: Tat akribisch geplant

Die Tat wurde laut Krünes “minutiös geplant”. Der Musiker sollte danach Wertgegenstände und Bargeld aus der Villa des Akademikers holen und so dem Wirt die rund 10.000 Euro zurückgeben, die er für den Konsum von Drogen und Spirituosen dem Gastronom noch schuldete. Die Anklage basiert im Wesentlichen auf ein Teilgeständnis des Musikers vom September 2017, nachdem er zuvor den Ermittlern unterschiedliche Tatversionen geliefert und sich dabei nicht belastet hatte.

Die Ermittlungsergebnisse stimmen laut Staatsanwältin mit den Aussagen des Musikers überein. Es gebe genügend belastende Indizien, um das Trio im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. Krünes verwies dabei auch auf die Rufdaten-Rückerfassung der Mobiltelefone der Beschuldigten, die Auswertung einer Vielzahl von Kurznachrichten der Handys und die sichergestellten Google-Standortdaten.

Der Verteidiger des Musikers, Franz Essl, erklärte in dem Prozess gebetsmühlenartig, dass der Raub schiefgelaufen und keine Tötungsabsicht hinter dem Plan gestanden sei. “Wir wollten ihn nicht töten. Es tut mir leid”, lauteten gestern die Schlussworte des Musikers, der sich als einziger der Angeklagten nochmals zu den Vorwürfen geäußert hatte. Sein Anwalt ersuchte das Gericht wegen des Geständnisses des Mannes und seines Beitrages zur “Sachaufklärung” um eine mildere Strafe. Der “Spiritus Rector” in der Causa sei der Wirt gewesen, meinte Essl.

Die Anwälte der anderen Beschuldigten forderten einen Freispruch.

(APA/S24)

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