Fasching nahm im Mittelalter seinen Anfang

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Der Fasching geht auf das Mittelalter zurück.
Der Fasching geht auf das Mittelalter zurück. - © AFP/Symbolbild
Die Faschingszeit hat einen unerwarteten Ausgangspunkt: Das christliche Brauchtum. Zog man früher römische Saturnalien und Lupercalien oder auch germanische Riten in Betracht, so sind dies heute Feste des Mittelalters. “Vaschanc” stand im 13. Jahrhundert in unseren Breiten für den letzten Ausschank von Alkohol vor der einst viel strenger eingehaltenen Fastenzeit.

Die Grundidee des Faschings war ursprünglich, dass die sozialen Verhältnisse einmal im Jahr verkehrt werden. Da konnte plötzlich der einfache Bürger Kaiser sein. Dieser Gedanke ist den meisten heute nicht mehr bekannt. Für diese Ansicht spricht, dass es in der Kirche des Mittelalters immer wieder “Narrenfeste” um den 6. Jänner gab, bei denen “kleine” Kleriker Rang und Privilegien der Bischöfe übernahmen, ein Kinderbischof gekürt und sogar ein Pseudopapst bestimmt wurde, während die Bewohner von Städten in Prozessionen daran teilnahmen.

Fasching entwickelte sich aus kirchlichem Brauch

Zu den eigentlichen Karnevalstagen waren Narren- oder Eselsmessen weitverbreitet. Dieser Brauch erinnerte ursprünglich an die Flucht der Jungfrau Maria nach Ägypten, wobei ein junges Mädchen mit einem Kleinkind auf einem Esel durch den Ort zur Kirche geführt wurde, wo es einen Gottesdienst gab. Mit der Zeit entwickelte sich daraus ein ausgelassenes Narrenfest mit Messbesuchern in Tierkostümen und Tierlauten als Gesängen.

Versuche der kirchlichen Obrigkeit, das zu verbieten, verliefen im Sand. Nur das Überschreiten der Fastnachts-Feiern nach dem Fastenbeginn wurde von der Kirche streng geahndet.

Faschingskrapfen: Letzte “Sünde” vor der Fastenzeit

Auch die Herkunft der Faschingskrapfen scheint geklärt: Die Fastenzeit wurde früher weit strenger gehalten, wobei man außer auf Fleisch auch auf andere tierischen Produkte verzichtete. Eier- und Schmalzvorräte mussten somit vor Aschermittwoch aufgebraucht werden – wofür der Krapfen eine willkommene Möglichkeit bot. Die in Schmalz gebackenen Süßwaren spendeten viel Energie, die für die Tanzveranstaltungen, Partnersuchen und Hochzeiten dieser Zeit notwendig war, und drücken bis heute Sinnlichkeit und Lebensfreude aus.

(APA)

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