Faszination IS: Was zieht Mädchen in den Dschihad?

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Was zieht Mädchen in den Dschihad?
Was zieht Mädchen in den Dschihad? - © DPA
Dem sogenannten Heiligen Krieg (Dshihad) in Syrien und dem Irak schließen sich immer wieder Jugendliche aus westlichen Ländern an, darunter auch viele Mädchen. Der IS verspricht ihnen das romantische Abenteuer, doch die Realität sieht anders aus.

Wie berichtet, meldete sich am Sonntag erstmals eines der beiden vermissten Wiener Mädchen zu Wort. Gegenüber dem französischen Online-Magazin „Paris Match“ dementierte die 15-jährige Sabina S., dass sie nach Österreich zurückkehren wollte. Sie sei nicht schwanger und fühle sich in Syrien frei, berichtet sie außerdem. Sabina S. war im April zusammen mit ihrer Freundin Samra K. (17) verschwunden.

 

Samra K. aus Wien schloss sich dem IS an. / APA/EPA Samra K. aus Wien schloss sich dem IS an. / APA/EPA ©

Viele Mädchen zum IS

Damit sind die beiden Wienerinnen zwei von vielen, die sich den Fängen des IS nicht erwehren konnten. Wahrscheinlich sind bereits mehrere Hundert Mädchen und Frauen nach Syrien gereist, um sich dort den Radikalislamisten anzuschließen. Eine genaue Statistik gibt es nicht. Schätzungen gehen davon aus, dass unter den nach Syrien gereisten kampfbereiten Deutschen zehn Prozent Frauen sind. Aus Frankreich sollen sich sogar hunderte junge Mädchen und Frauen dem IS angeschlossen haben, berichtet “Mail Online”.

US-Mädchen gestoppt

Erst am Mittwoch waren drei minderjährige Mädchen aus den USA am Flughafen Frankfurt abgefangen und zurück in ihre Heimat geschickt worden. US-Medien zufolge sollen sie sich auf dem Weg nach Syrien befunden haben, um sich der Miliz “Islamischer Staat” (IS) anzuschließen. Bei den drei Teenagern handelte es sich um zwei Schwestern im Alter von 15 und 17 Jahren sowie ihre 16-jährige Freundin aus der Nähe der Großstadt Denver im US-Staat Colorado.

Alle drei Mädchen seien nach dem Besuch von Internetseiten der Jihadisten auf die Idee gekommen, sich in die Konfliktregion aufzumachen. Das FBI versuche derzeit herauszufinden, ob ihnen jemand bei der Organisation der Reise geholfen habe. In Frankreich wurde zuletzt der Fall einer 17-Jährigen bekannt. Die Jüdin war zum Islam konvertiert und wollte sich den IS-Kämpfern anschließen, wurde aber kurz vor ihrem Abflug nach Syrien gestoppt.

 

Verzweifelte Eltern zeigen Bilder von ihren vermissten Töchtern. / AP Verzweifelte Eltern zeigen Bilder von ihren vermissten Töchtern. / AP ©

Wienerinnen wollten in die Türkei

Im September hatte die Polizei zwei weitere Wiener Mädchen kurz vor ihrer Ausreise in die Türkei in Graz gestoppt. Sie waren mit gepackten Koffern zu ihrer Freundin in Graz gekommen, deren Mutter wurde stutzig. Die Mutter sei dann zur Polizei gegangen, welche die Mädchen in der Wohnung aufgriff. Auch sie seien “mit falschen Versprechungen” in das Bürgerkriegsland Syrien gelockt worden. “Ihnen wird das Paradies versprochen, mit Fotos von Stränden und schönen Häusern.” Sie seien zu unterscheiden von Personen, “die die Absicht haben, terroristische Handlungen zu setzen”, unterstrich Innenministeriumssprecher Alexander Marakovits damals. Laut Marakovits liege die Anzahl der derer, die an ihrer Ausreise gehindert wurden, im niederen zweistelligen Bereich.

IS-Rekrutierung im Internet

Die meisten Mädchen, die nach Syrien ausgereist sind oder ausreisen wollten, standen mit Dschihad-Rekrutierern in Kontakt. Diese werben über Facebook und Skype junge Frauen und Männer aus dem Westen an und bieten ihnen an, bei der Reise nach Syrien zu helfen. Den “Islamischen Staat” stellen sie als romantisches Abenteuer und gerechte Sache dar. Sie versprechen den Teenagern eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, eine neue Familie. Stattdessen werden die Mädchen als Ehefrauen, Babysitter und Haushälterinnen rekrutiert. Die vielfach dokumentierten Verbrechen der Dschihadisten dagegen tun sie als westliche Propaganda ab.

Britin plante Terroraktion

Darauf fiel auch eine eine junge Frau in Großbritannien herein. Sie war am Mittwoch wegen des Verdachts festgenommen, Aktionen vorbereitet zu haben, die in Verbindung mit dem islamistischen Terror in Syrien stehen. In den Reihen der IS-Terrororganisation sollen etwa 12.000 Ausländer kämpfen. Der Anti-Terror-Beauftragte der EU, Gilles De Kerchove, beziffert die Zahl gewaltbereiter Islamisten mit Syrien-Erfahrung in der EU auf etwa 3.000. (SALZBURG24/ APA)

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