Ferrer und Murray beehren Stadthallen-Turnier

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David Ferrer als Star der Stadthalle
David Ferrer als Star der Stadthalle
Das Tennis-ATP-Turnier in der Wiener Stadthalle hat seit Freitag ein wirklich hochkarätiges Teilnehmerfeld zu bieten. Nach dem Weltranglistenfünften David Ferrer erhielt mit 2013-Wimbledon-Sieger Andy Murray ein weiterer Topspieler eine Wildcard. Das dritte noch freie Ticket für den Hauptbewerb des 593.705-Euro-Events ging mit Gerald Melzer an einen Österreicher.


“Ich veranstalte jetzt schon seit 1991 Tennis-Turniere, aber auf so einen Tag wie heute muss man lange warten”, freute sich Erste-Bank-Open-Turnierdirektor Herwig Straka. Durch die Verpflichtungen von Murray und Ferrer sei es gelungen, in eine neue Dimension vorzustoßen. “Ich freue mich, dass wir den heimischen Tennisfans gerade beim 40-Jahr-Jubiläum des Turniers eine Besetzung bieten können, wie sie es schon lange nicht mehr gegeben hat”, sagte Straka.

Murray hat diese Saison nur in Shenzhen Ende September triumphiert, dort seinen 29. ATP-Titel geholt. Das war auch zugleich sein einziges Finale 2014. Da der Schotte im “Race to London” derzeit nur auf Rang neun liegt, benötigt er unbedingt noch Punkte, um sich für das Saison-Finale der besten acht Spieler zu qualifizieren. Deshalb war es dann doch nicht so überraschend, dass Murray nächste Woche keine Pause einlegt.

Für den 27-Jährigen waren die beiden vergangenen Jahre deutlich erfolgreicher als die laufende Saison. 2012 holte sich der 27-Jährige in London den Olympiasieg und gewann mit den US Open seinen ersten Grand-Slam-Titel. 2013 folgte in Wimbledon der Triumph am “Heiligen Rasen”, er beendete dabei eine 77-jährige Durststrecke britischer Erfolglosigkeit beim Rasen-Grand-Slam-Turnier und trug sich als erster Lokalmatador seit Fred Perry 1936 in die dortige Siegerliste ein.

Die dritte Wildcard geht wie angekündigt mit Jürgen Melzers Bruder Gerald an einen Österreicher. Damit sind mit Dominic Thiem sowie Gerald und Jürgen Melzer drei ÖTV-Spieler fix im Hauptbewerb vertreten.

Der 32-jährige Ferrer spielte am Freitag das Viertelfinale in Shanghai, in dem er allerdings wie zwei Runden zuvor Dominic Thiem gegen den Topfavoriten Novak Djokovic beim 4:6,2:6 chancenlos war. Der Vorjahresfinalist der French Open hat heuer in Buenos Aires seinen 21. Sieg in einem ATP-Turnier gefeiert. Ferrer spielt nach 2003 und 2004 zum dritten Mal in der Stadthalle, wo er wie die übrigen Top-4-Spieler der Setzliste in der ersten Runde ein Freilos haben wird.

“Ich freue mich sehr, dass heuer mit David Ferrer ein Superstar aus dem Kreis der Top 5 der Weltrangliste zu den Erste Bank Open kommen wird. Das verleiht dem 40-Jahr-Jubiläum des Turniers eine ganz besondere Note und macht das starke und ausgeglichene Teilnehmerfeld noch attraktiver”, erklärte Straka nach einem nächtlichen Telefon-Verhandlungsmarathon. Ebenfalls in Wien starten werden u.a. Shanghai-Halbfinalist Feliciano Lopez (ESP), Martin Klizan (SVK), Lukas Rosol (CZE) und Ivo Karlovic (CRO).

Aus österreichischer Sicht ruhen die Hoffnungen vor allem auf Shooting-Star Dominic Thiem, der im Vorjahr erst im Viertelfinale nach tollem Match knapp an Jo-Wilfried Tsonga (FRA) gescheitert war. “Da bekomme ich heute noch Gänsehaut”, erinnert sich Thiem gerne daran zurück, aber auch an das emotionale Generationen-Duell mit Altstar Thomas Muster vor drei Jahren.

In beiden Fällen war die Stadthalle voll wie lange nicht mehr beim Tennis. Der 21-jährige Niederösterreicher hat sich seit vergangenem Jahr weiter stark gesteigert, liegt bereits in den Top 40 und zeigte erst am Mittwoch in Shanghai gegen die Nummer eins der Welt, Novak Djokovic, wieder sein großes Potenzial.

Für US-Open-Achtelfinalisten Thiem, der heuer in Kitzbühel erstmals auf der ATP-Tour ein Endspiel erreicht hatte, wird freilich auch einiges von der Auslosung am Samstag (11.00 Uhr, “The Mall” Wien Mitte) abhängen. Erst am Freitagabend entschied sich, ob er erstmals in Wien gesetzt sein wird.

Interessant wird auch die Rückkehr des zweifachen Wien-Siegers Jürgen Melzer. Der mittlerweile 33-jährige Niederösterreicher, der 2009 und 2010 den Titel geholt hatte, hatte 2013 schweren Herzens wegen einer Verletzung absagen müssen und freut sich auf das Comeback bei seinem Heimturnier. Er benützt für Wien sein “protected ranking” und steht damit fix im Hauptfeld des Erste Bank Open.

Schon am Montag steht das Erste Bank Open ganz im Zeichen des 40-Jahr-Jubiläums des Events. Da 1975 kein Turnier gespielt wurde, handelt es sich auch um die 40. Auflage der Traditionsveranstaltung. Fans, die 1974 geboren wurden oder am Montag in (möglichst alter) Tenniskleidung in die Halle kommen, erhalten Gratiseintritt. Alle anderen dürfen sich aber auch über Eintrittspreise wie vor 40 Jahren freuen.

Feierlich umrahmt von einem Auftritt der Wiener Sängerknaben werden bei einem offiziellen Festakt um 18.30 Uhr auch Legenden früherer Tage geehrt. So haben sich der Stadthallen-Rekordsieger Brian Gottfried, der in Wien 1977, 1980, 1982 und 1983 als bisher einziger Spieler vier Mal triumphiert hat, sowie der Deutsche Michael Stich (Sieger 1991) angesagt. Auch Österreichs frühere Größen Thomas Muster, Peter Feigl und Hans Kary sind mit von der Partie.

Über die jahrzehntelange Bedeutung des Turniers im Kalender bewusst ist sich auch die ATP, die durch ihren Präsidenten Chris Kermode vertreten ist. Im Anschluss daran findet auf dem Centre Court das Match des Tages mit österreichischer Beteiligung statt. Am Finaltag wird heuer das Doppel- vor dem Einzel-Endspiel ausgetragen, abgerundet von einer gemeinsamen Siegerehrung.

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