Festnahmen im Kampf gegen Raubkopie-Seite kinox.to

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Ermittler gingen gegen die Betreiber von kinox.to vor.
Ermittler gingen gegen die Betreiber von kinox.to vor. - © kinox.to/ Screenshot
Im Kampf gegen Raubkopien sind Ermittler der Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit einer Razzia in mehreren deutschen Bundesländern gegen die Betreiber des Onlineportals kinox.to vorgegangen. “Es gab zwei Festnahmen”, bestätigte Behördensprecher Wolfgang Klein am Sonntag.

Neben den zwei Verhafteten aus dem Raum Neuss und Düsseldorf werde nach zwei Brüdern im Alter von 25 und 21 Jahren aus Lübeck europaweit gefahndet. Die Männer seien offensichtlich schon seit längerem aus Deutschland verschwunden, sagte Klein. Die Razzia der sächsischen Beamten habe am vergangenen Mittwoch stattgefunden.

Klein zufolge sei im Zuge von Ermittlungen im kino.to-Verfahren festgestellt worden, dass die Beschuldigten, die zunächst nicht bekannt waren, “einfach weitergemacht und das kinox.to-Portal betrieben haben”. Dem “Spiegel” zufolge sind die Verdächtigen mit den verurteilten kino.to-Betreibern bekannt. Diese – die Gründer aus Leipzig sowie der Chef-Programmierer der mittlerweile vom Netz genommenen Seite – hatten jahrelange Haftstrafen erhalten.

Konsequenzen für Nutzer?

Umstritten ist, ob die Nutzer solcher Streaming-Seiten straffrei bleiben. Einige Rechtsexperten vertreten diese Ansicht. Abmahnungen hätten demnach vor Gericht wahrscheinlich keinen Bestand, da es bisher noch keine höchstrichterliche Klärung gebe.

Auch der Kölner IT-Anwalt Christian Solmecke hält Konsequenzen für unwahrscheinlich: “Aus meiner Sicht haben die Nutzer von kinox.to schon keine Straftat begangen, da der reine Konsum von Streamingdiensten nicht rechtswidrig ist. Das gilt jedenfalls immer dann, wenn keine Kopie des Streams auf dem eigenen Rechner hergestellt wird”, so seine Einschätzung in seinem Blog.

 

Für den Anwalt sei auch fraglich, welche Daten auf den Servern der Streaming-Plattformen gespeichert werden, über die Nutzer ausgeforscht werden könnten. Nutzer können in Deutschland zwar durch ihre IP-Adressen identifiziert werden, jedoch würden diese laut Solmecke auf vielen dieser Server gar nicht gespeichert.

Geringe Schadensersatzansprüche

Kommt es dennoch zu einer Abmahnung würden Nutzer zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung aufgefordert werden. Ein allfälliger Schadensersatzanspruch setze sich in Deutschland aus gedeckelten Anwaltsgebühren – etwa 155 Euro – und dem eigentlichen Schaden zusammen. Diesen sieht Solmecke etwa in Höhe eines Kinobesuchs von ca. 10 Euro.

Die Seite kinox.to verlinkt auf raubkopierte Medieninhalte wie aktuelle Kinofilme und sei dem geschlossenen Portal kino.to nachempfunden. Sie rangiere unter den Top 50 der von Deutschland aus besuchten Web-Angebote. Neben kinox.to sollen die Beschuldigten auch hinter den Seiten Movie4k.to, Boerse.sx und mygully.com von stehen. (SALZBURG24/ APA)

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