Feuerwehr: Schutzwände gegen Gaffer und Schaulustige?

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Immer wieder gibt es bei Verkehrsunfällen oder Unglücken Menschen, die die tragischen Ereignisse mit Smartphone und Co. festhalten und dann verbreiten. Die aktuelle Debatte um Gaffer und Schaulustige hat den Bundesfeuerwehrverband nun zu einer Stellungnahme veranlasst. Das Zeitalter der Digitalisierung und die Verrohung der Gesellschaft fordere uns alle, heißt es darin.

Schaulustige hat es immer schon gegeben, heutzutage werden jedoch Smartphones aus der Tasche geholt und schreckliche Szenarien für die Ewigkeit festgehalten – dokumentiert für den Privatgebrauch oder das Internet. Lautstarke Mutmaßungen und Meinungsäußerungen direkt neben Verunfallten, neben Opfern, Angehörigen und Rettern kommen immer wieder vor, berichtet die Feuerwehr. In der Stellungnahme schreibt der Verband, das Zeitalter der Digitalisierung und die Verrohung der Gesellschaft fordere uns alle.

Feuerwehr: Nicht jeder, der schaut, ist Gaffer

Doch der Begriff Gaffer müsse zu allererst differenziert betrachtet werden: Handelt es sich um Schaulustige, die den Einsatz tatsächlich behindern, indem sie den Zugang blockieren oder den Arbeitsbereich der Einsatzkräfte dermaßen einengen, dass diese ihrer Tätigkeit nicht mehr nachkommen können oder handelt es sich um Gaffer, die das Einsatzgeschehen beobachten und Videos und/oder Fotos anfertigen? Erst durch diese Unterscheidung werde der Handlungsbedarf der Feuerwehr ersichtlich. Wenn die Kräfte im Einsatz behindert werden, so ist ein Ansatz das Setzen einer großräumigeren Absperrung, die ein Zunahekommen dieser Gaffer verhindert – notfalls mit der Unterstützung der Exekutive. Sollte es sich um Gaffer handeln, die aus der Entfernung Videos bzw. Fotos machen, so sei dies zwar moralisch nicht in Ordnung, allerdings bestehe kein strafrechtlicher Tatbestand.

Wann machen sich Schaulustige strafbar?

Relevant werden diese Fotos und Videos erst dann, wenn sie verbreitet, ausgestrahlt oder online gestellt werden und die Persönlichkeitsrechte von Opfern verletzt werden. Verantwortlich für die daraus resultierenden Konsequenzen ist allerdings der Gaffer selbst und nicht die Feuerwehr. Die Feuerwehr fühlt sich grundsätzlich der Wahrung eben dieser Persönlichkeitsrechte verpflichtet.

Schutzwände bei Unfällen und Unglücken?

Auch bei besonders schweren Unfällen abseits der Autobahnen ergebe das Aufstellen von Sichtschutzwänden im Einzelfall durchaus Sinn, um Passanten tragische und verstörende Bilder bestmöglich zu ersparen. Deshalb unterstützt der Österreichische Bundesfeuerwehrverband die Möglichkeit der Anschaffung solcher Sichtschutzwände, die den Einsatzkräften dienlich sind, Opfern bestmöglich helfen zu können. Die Feuerwehr will mit ihrer Stellungnahme eine Diskussion starten, wie man künftig gemeinsam mit solchen Situationen umgehen soll. Kontraproduktiv seien kurzfristige und überstürzte Schnellschüsse oder ein singulär abgeschottetes Handeln Einzelner, heißt es abschließend in der Stellungnahme.

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