Fiktive Anwaltskanzlei setzt Salzburger Firmen mit Sexfilm unter Druck

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Über die Firmenanschlüsse sollen illegal Erotikfilme konsumiert worden sein. (Symbolbild)
Über die Firmenanschlüsse sollen illegal Erotikfilme konsumiert worden sein. (Symbolbild) - © Bilderbox
Ein Abmahnschreiben einer Berliner Anwaltskanzlei mit einer Zahlungsaufforderung in der Höhe von 950 Euro erreichte am Donnerstag zahlreiche heimische Firmen. Die Betroffenen sollen sich illegal einen Sexfilm im Netz angesehen haben. Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt eindringlich vor der Betrugsmasche.

Wie die Salzburger Nachrichten am Donnerstag berichten, sollen auch bereits zahlreiche Salzburger Firmen ein solches Fax erhalten haben. In den Schreiben der fiktiven Berliner Anwaltskanzlei Schmidt wird eine Vergleichssumme in Höhe von 950 Euro für angebliche Urheberrechtsverletzungen gefordert.

Nicht bezahlen, sondern Polizei einschalten

Die Adressaten würden in dem Fax aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu übermitteln und wegen einer Urheberrechtsverletzung 950 Euro zu zahlen. Als Hintergrund der Forderung wird eine Klage einer niederländischen Medienfirma genannt, es soll dabei um die illegale Weitergabe von einschlägigem Filmmaterial gegangen sein. Bei Nachbezahlen der Vergleichssumme werden zukünftige Gerichtskosten in der Höhe von rund 8.500 Euro in Aussicht gestellt.

“Bitte den Betrag ja nicht einzahlen”, warnte Vincenz Kriegs-Au, Sprecher des Bundeskriminalamtes (BKA), am Donnerstag. Auch von einer Kontaktaufnahme mit der Kanzlei rät das BKA ab. Wer das Schreiben erhalten hat und die Absender bereits kontaktiert hat, soll diesen sofort abbrechen. Wer bereits gezahlt hat, solle über die Bank eine Rückforderung des Geldes erwirken. “Wer bereits gezahlt hat, soll bitte so schnell wie möglich eine Anzeige auf der nächstgelegenen Polizeiinspektion erstatten. Dafür bitte Belege und alle relevanten Dokumente mitnehmen”, empfahl Kriegs-Au abschließend.

Fax ohne Zweifel ein Fälschung

Dass es  sich bei der Forderung um eine Fälschung handelt, ist für Maximilian Schubert, Generalsekretär der Interessenvertretung der heimischen Internetanbieter (ISPA), ohne Zweifel. Wie er im Interview mit den SN erklärt, könne die Kanzlei gar nicht wissen, wer sich den Film angeschaut bzw. heruntergeladen hat. Die heimischen Internetanbieter würden hier keinerlei Informationen an Filmfirmen oder Kanzleien weitergeben.

(APA/SALZBURG24)

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