Fillon Favorit bei Kandidatenkür für Wahl in Frankreich

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57 Prozent sind laut Umfrage für Fillon
57 Prozent sind laut Umfrage für Fillon - © APA (POOL)
Im Endspurt um die Präsidentenkandidatur der Konservativen in Frankreich hat Ex-Ministerpräsident Francois Fillon seine Favoritenrolle gefestigt. In einer Umfrage nach dem letzten Fernsehduell mit seinem Konkurrenten Alain Juppe bezeichneten 57 Prozent der Befragten Fillon als überzeugender. Bei den Anhängern der konservativen Parteien lag die Zustimmung sogar bei 71 Prozent.

Der Sieger der konservativen Kandidatenkür am Sonntag hat gute Chancen, in den Elysee-Palast einzuziehen. Zuvor müsste er bei der Präsidentenwahl im Frühjahr vermutlich der Chefin der rechtsextremen Partei Front National, Marine Le Pen, die Stirn bieten. Dem sozialistischen Amtsinhaber Francois Hollande werden kaum Chancen auf eine weitere Amtszeit ausgerechnet.

Der 62-jährige Fillon hatte auch in der ersten Wahlrunde seiner Partei die Nase vorn und Ex-Präsident Nicolas Sarkozy aus dem Rennen geschlagen. Im entscheidenden Votum am Sonntag muss er sich nur noch gegen Ex-Ministerpräsident Juppe behaupten, der nach dem Fernsehduell auf Zustimmungswerte um die 40 Prozent kam. Befragt worden waren knapp 1.000 Fernsehzuschauer.

In der Debatte warf der wirtschaftsliberale Fillon seinem Rivalen vor, keine grundlegenden Reformen zu planen. “Er bleibt im System, will es nur verbessern. Mein Projekt ist hier radikaler”, sagte Fillon. Beide Kandidaten haben sich für Einsparungen im Budget und ein höheres Pensionsalter ausgesprochen. Doch während Fillon eine halbe Million Stellen im öffentlichen Dienst streichen will, weist Juppe das als unrealistisch zurück. Fillon hat zudem der 35-Sunden-Woche den Kampf angesagt.

Auch eine breiter angelegte Umfrage den Instituts Ifop-Fiducial am Mittwoch hatte Fillon einen klaren Vorsprung von 65 gegenüber 35 Prozent für Juppe prognostiziert. Die Vorwahl der Konservativen gilt als besonders spannend, weil nicht nur Parteimitglieder, sondern alle Wähler abstimmen dürfen. Sie müssen sich allerdings zuvor der Partei gegenüber zu konservativen Werten bekennen. Dieses Verfahren öffnet Tür und Tor für ein taktisches Abstimmen auch von eigentlich linken oder rechtsextremen Wählern.

Wegen einer gespaltenen Linken und der niedrigen Beliebtheitswerte hat Amtsinhaber Hollande kaum Aussichten auf eine Wiederwahl. Dennoch wird mit einer erneuten Kandidatur gerechnet. Aus dem Umfeld Hollandes verlautete, der Präsident werde seine Entscheidung am 7. Dezember publik machen.

(APA/ag.)

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