Finanzielle Förderung für Persönliche Assistenz in Salzburg

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Monika Schmerold mit Assistentin Roswitha Kreuzer.
Monika Schmerold mit Assistentin Roswitha Kreuzer. - © LMZ/Neumayr/Leo
In unserer “Guten Nachricht” geht es diesmal um das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Mit einem Pilotprojekt will das Land Salzburg Menschen mit Behinderung mehr Selbstbestimmung in ihrem Alltag ermöglichen. 17 Menschen nehmen daran in diesem Jahr teil, sie erhalten für die Persönliche Assistenz eine Förderung. Ziel ist, dass das Projekt in den Regelbetrieb übergeht.

Monika Schmerold lebt mit einer angeborenen Muskeldystrophie, bei der es zu Muskelschwund kommt. “Begonnen hat alles im Alter von 15 Jahren. Da ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass etwas mit meinem Körper nicht stimmt. Die Diagnose wurde mir aber erst viel später gestellt”, erklärt die Salzburgerin. Seit Juni dieses Jahres erhält die zweifache Mutter rund 33 Stunden pro Woche Unterstützung bei Körperpflege, Ankleiden, Einkaufen, Kochen, Erledigungen des Alltags und Freizeitgestaltung. Diese Aufgaben übernimmt ihre Persönliche Assistenz Roswitha Kreuzer.

“Die persönliche Assistenz durch Roswitha ist für mich eine große Erleichterung. Ich kann dadurch selbstbestimmter leben, und meine Familie wird entlastet”, schildert Schmerold, die außerdem Obfrau des Vereins knack:punkt ist, der sich für die Stärkung der Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzt.

Gegenseitiges Vertrauen ist wichtig

“Ein einschneidendes Lebensereignis hat dazu geführt, meine Beschäftigung als Buchhalterin aufzugeben und mich endlich einer sinnvollen Tätigkeit zu widmen, denn was kann es schöneres geben, als Menschen zu helfen”, beschreibt Kreuzer ihre Motivation. Um als Persönliche Assistentin arbeiten zu können, bedarf es keiner eigenen Ausbildung. “Die Chemie muss stimmen, man muss gut harmonieren, und das Wichtigste ist das Vertrauen”, sind sich Schmerold und Kreuzer einig.

Pilotprojekt mit 17 Teilnehmern in Salzburg

In Salzburg haben anlässlich des Pilotprojektes insgesamt 17 Menschen mit Behinderungen eine Förderbewilligung für Assistenzleistungen ab dem 1. Juni erhalten. Sie können in einem monatlich festgelegten Ausmaß selber Assistenten beschäftigen oder Assistenzleistungen bei einem Dienstleister zukaufen. Geplant ist das Projekt auf eine Dauer von zwei Jahren, 800.000 Euro pro Jahr hat das Land dafür reserviert. Knack:punkt ist Kooperationspartner und Peer-Beratungsstelle.

Schmerold: “Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht”

“Pilotprojekte starten sonst meist in einem kleinen Gebiet. Wir sind hier bewusst den anderen Weg gegangen und bieten es in allen Salzburger Bezirken an”, betont Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne). Das Salzburger Modell ist offen für alle Menschen mit Behinderungen und ebenso für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder psychischen Erkrankungen. Auch eine Sachwalterschaft stellt kein Hindernis dar. “Das unterscheidet das Salzburger Modell deutlich von den Assistenzkonzepten in anderen Bundesländern”, hebt Schellhorn hervor. Das Ziel ist, dass Projekt in den Regelbetrieb einzubinden.

“Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. Durch persönliche Assistenz wird für Menschen mit Behinderungen Selbstbestimmung erst möglich. Am Ende eines langen Weges wird nun in Salzburg ein erster Schritt in Richtung uneingeschränkte Selbstbestimmung getan”, zeigt sich Schmerold erfreut.

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