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Finanznot der Unis: Professoren-Berufungen werden immer schwieriger

Finanznot der Unis: Professoren-Berufungen werden immer schwieriger
Die prekäre finanzielle Situation der Universitäten und die Schwierigkeiten mit Massenfächern machen sich mittlerweile bei der Suche nach neuen Professoren bemerkbar.

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"Wir bemerken, dass sich auf die laufenden Ausschreibungen zum Teil deutlich weniger Bewerber melden als früher", sagte der Rektor der Universität Salzburg, Heinrich Schmidinger, zu APA.

Aktuell sind an der Uni Salzburg rund 15 Professorenstellen neu zu besetzen. Doch die Suche nach ausgezeichneten Kandidaten gestaltet sich schwierig. "In der Psychologie, wo derzeit drei Professuren ausgeschrieben sind, hatten wir verblüffend wenige Bewerbungen", erklärte Schmidinger. Sind es normalerweise 20 bis 30 Bewerber, waren es in der Psychologie nur rund zehn Kandidaten. Und darunter waren zum Teil Personen, die aufgrund ihrer Qualifikation nicht für die Stellen infrage kamen. "Das hat dazu geführt, dass es in einem Verfahren nur zu einem Einzelvorschlag und nicht wie üblich zu einem Dreiervorschlag der Berufungskommission kam", erzählt der Salzburger Rektor.

Bei Rückfragen, warum sich der eine oder andere potenzielle Kandidat erst gar nicht beworben hat, gab es eindeutige Antworten: "Die Aussicht, in einem Massenfach eine Fülle an Studenten betreuen zu müssen und dadurch wenig Zeit für die Forschung zu haben, schreckt viele Bewerber ab", weiß der Rektor. Bei solchen Rahmenbedingungen sei das hohe Niveau in der Forschung nicht zu halten. "Das tun sich viele erst gar nicht an", sagte Schmidinger.

Aber es gibt auch andere Gründe, warum sich Wissenschafter nicht mehr um die Stellen reißen: An deutschen oder Schweizer Universitäten sind nicht nur die Gehälter der Professoren besser, sie bekommen auch eine wesentlich höhere finanzielle und personelle Ausstattung. "Da können wir einfach nicht mithalten", sagte der Salzburger Rektor. Die Dotation liege um mindestens ein Drittel über dem Betrag, den sich heimische Universitäten leisten können. Im Sommer habe er Verhandlungen mit einer deutschen Professorin geführt. Die Universität Regensburg, an der sie bisher tätig war und die sie halten wollte, habe ihr daraufhin eine Reihe zusätzlicher Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. "Da sind wir chancenlos", weiß Schmidinger um die Schwierigkeiten, die Besten des jeweiligen Fachs an die Universität zu holen.

Ein teurer Nachteil bei Berufungsverhandlungen ist für die heimischen Universitäten auch die Tatsache, dass die Mitarbeiter in einem Angestelltenverhältnis und - anders als in Deutschland - keine Beamte mehr sind. Das wirkt sich vor allem in der Höhe der Pension aus. "Wir sind gezwungen, zehn Prozent des Jahresbruttogehalts für eine Zusatzpension einzuzahlen", schildert Schmidinger.

Die Ankündigung, ab 2013 die Budgets der Universitäten einzufrieren, hat auch unter den Bewerbern um Professorenstellen schon die Runde gemacht. "Die Leute versuchen, sich in den Verhandlungen abzusichern", bemerkt Schmidinger. So werden Jobgarantien für sich und den Stab an Mitarbeitern ebenso verlangt wie Garantien dafür, dass die finanzielle Ausstattung auch bei Sparbudgets nicht gekürzt werden kann.

An der Universität Salzburg wirkt sich die schwierige Suche nach Professoren besonders stark aus, weil in vielen Fachbereichen ein Generationswechsel ansteht. Rund ein Zehntel der 140 Professuren muss neu besetzt werden.



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