Finanzprobleme beim IHS laut Eva Nowotny lösbar

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Nowotny hofft auf mehr Steuergeld
Nowotny hofft auf mehr Steuergeld
Trotz der aktuellen Finanzierungslücke von rund 500.000 Euro sieht die Vizepräsidentin des IHS-Kuratoriums, Eva Nowotny, das IHS nicht in einer finanziellen Katastrophe. Die fehlende Finanzierung – die genaue Höhe der Lücke sei noch nicht bekannt – könne man mit Umstrukturierungen beim 9 Mio. Euro schweren Budget einbringen, sagte Nowotny gegenüber der APA.


Dazu gebe es Untersuchungen im Haus und auch Spezialisten im Betriebsrat, die mit der Suche nach einem neuen Haus beauftragt worden seien. Einige interessante Projekte mit dem BIG mit unterschiedlichen Mieten gebe es bereits. “Es hat niemand einen Zweifel, dass das aus dem Haus gelingen wird”, so Nowotny, die auch Vorsitzende des Unversitätsrats der Uni Wien ist.

“Wunderschön” wäre es auch, wenn die heute vom Universitätsbeauftragen der Stadt Wien, Alexander Van der Bellen, von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) geforderte mittel- und langfristige Finanzierungszusage für das IHS kommen würde. “Ich glaube aber nicht, dass das so einfach sein wird”, schränkte Nowotny ein. Politiker seien mit langfristigen Zusagen vorsichtig.

Seit das Wissenschaftsministerium außeruniversitäre Förderungen aufgegeben habe, sei das IHS vollkommen vom Finanzministerium abhängig, das der Hauptfinancier des IHS sei, erläuterte Nowotny. Weitere Gelder kämen von der Nationalbank, Stadt Wien und Industriellenvereinigung (IV) sowie von den Projektgeldern. Mit dem Finanzministerium sei noch vom zurückgetretenen IHS-Chef Christian Keuschnigg eine Vereinbarung über eine Grundfinanzierung auf fünf Jahre abgeschlossen worden.

Der Rücktritt von Keuschnigg habe sich aus anderen Gründen ergeben, so Nowotny. Keuschnigg habe das Institut in eine ganz andere Richtung führen wollen, weg von der Interdisziplinarität hin zu einem wirtschaftsorientierten Institut – ein bisschen akademisch und rundherum eine organisierte Multidisziplinarität. “Das wäre eine grundlegende Veränderung gewesen. Dafür hat er keine Mehrheit bekommen”, so Nowotny.

In Keuschniggs Konzept sei für die Bereiche Soziologie und Politikwissenschaft keine Zukunft mehr vorgesehen gewesen. Diese Bereiche leisteten aber nicht nur einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Ertrag des IHS, sondern seien darüber hinaus für die Einmalstellung des Instituts in der außeruniversitären Forschungslandschaft unabdingbar. Die IHS-Mitarbeiter erwirtschafteten ein gutes Ergebnis und die Forschung sei auch international konkurrenzfähig.

Van der Bellen hat sich heute in einer Presseaussendung dafür ausgesprochen, “das IHS zu retten, bevor es zu spät ist”. Das IHS benötige jetzt dringend die glaubhafte Zusicherung seiner Rettung durch den Bund. Nur so erhält das IHS die nötige Planungssicherheit. Andererseits sollte es nach dem Rücktritt Keuschniggs auch den SPÖ-Vertretern in Stadt und Arbeiterkammer wieder möglich sein, dem IHS ihre volle Unterstützung zukommen zu lassen.

Der freiheitliche Industriesprecher Reinhard Pisec kritisierte heute ebenfalls in einer Aussendung die “Forschungs-Allergie” der Bundesregierung, die an der finanziellen Aushöhlung für das “alternative IHS” ersichtlich sei. “Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) wäre gut beraten, dem IHS endlich genügend Forschungsgelder zur Verfügung zu stellen und nicht immer das Wifo forschungsfremd zu bevorzugen”, fordert Pisec. Zumal beim Wifo signifikant auffalle, dass die Prognosen und Analysen zwar stets mit der Regierungsmeinung übereinstimmten, aber genauso signifikant von der Realität abweichen würden.

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