Findung von neuer Burgtheater-Leitung in Endphase

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Preisgekrönter Regisseur Thalheimer im Gespräch
Preisgekrönter Regisseur Thalheimer im Gespräch
Bis Mitte Oktober will Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) über die künftige künstlerische Leitung des Burgtheaters entscheiden. “Dieser Zeitplan ist ambitioniert, aber wir werden es schaffen”, sagt Christian Strasser, Burg-Aufsichtsratsvorsitzender und Mitglied der Findungskommission, gegenüber der APA. Die Findungskommission wird sich wohl nicht auf einen einzigen Namen einigen.


Der Kommission gehören auch der Dramaturg Hermann Beil, Regisseur Götz Spielmann, Operndirektorin Elisabeth Sobotka sowie die kaufmännische Chefin der Komischen Oper Berlin und Burg-Aufsichtsrätin Susanne Moser an. “Der Minister wird einen Vorschlag mit mehreren Namen bekommen”, erklärte Strasser. “Wir haben viele spannende Gespräche geführt und werden noch mit ein, zwei weiteren Kandidaten Gespräche führen. Sehr erfreulich ist, dass die Bedeutung des Burgtheaters trotz des Finanzskandals nach wie vor ungebrochen ist. Man kriegt noch immer die Besten der Besten – wenn man mit ihnen ernsthafte und gute Gespräche führt.”

Ein solches Gespräch bestätigt der renommierte deutsche Regisseur Michael Thalheimer gegenüber der APA. “Ich habe mich nie beworben, bin aber von der Findungskommission angefragt worden. Ich hatte ein Treffen mit der Kommission. Ich habe mich dort vorgestellt und über das Burgtheater gesprochen. Es war ein erstes Kennenlernen”, so Thalheimer. Er sei allerdings sehr irritiert gewesen, dass wenige Tage später sein Name im Zusammenhang mit dem Burgtheater in der Presse aufgetaucht sei. “Eine Findung für ein Haus von der Wichtigkeit des Burgtheaters sollte seriös ablaufen. Im Moment hat man das Gefühl, in Wien entsteht daraus ein Kasperletheater. Da bin ich sehr froh, dass ich derzeit in Paris und nicht in Wien arbeite.” Am Theatre National de la Colline inszeniert Thalheimer derzeit “Der Auftrag” von Heiner Müller auf Französisch (Premiere: 5. November).

Zu seinen möglichen Burgtheater-Ambitionen hält sich Thalheimer, der noch nie eine Intendanz bekleidet hat, als Regisseur jedoch vielfach ausgezeichnet wurde (so erhielt seine “Burgtheater-“Elektra” im Vorjahr den Regie-“Nestroy”), bedeckt. Eines lässt er aber erkennen: “Ich glaube, die Finanzen werden ein dauerhaftes Problem sein. Das ist nicht in zwei Jahren geklärt. Wer Burgtheater-Direktor wird, wird sich damit beschäftigen müssen.”

Auf die offizielle Aufschreibung der Direktion ab 1. September 2016 – nach dem Hinauswurf von Matthias Hartmann leitet nun Karin Bergmann das Haus interimistisch – waren 21 Bewerbungen eingegangen, die Kommission hat sich aber auch stets vorbehalten, Kandidaten selbst anzusprechen. Blatt.

Kandidaten, die von “News” Mitte September in Spiel gebracht wurden, haben ihr Interesse bereits dementiert. Martin Kusej (österreichischer Intendant des Residenztheaters München) erklärte gegenüber der APA, für eine Direktion “nicht zur Verfügung” zu stehen. Seine Aufgaben in München seien “noch lange nicht abgeschlossen”. Ulrich Khuon hatte gegenüber dem Online-Theatermagazin nachtkritik.de erklärt, er habe sich nicht beworben und werde daher auch zu keinen Gesprächen nach Wien reisen.

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