Gliedmaße abgetrennt: Wie verhalte ich mich richtig?

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Abgetrennte Gliedmaße stellen für die Ärzte oft eine Herausforderung dar. Im Fall einer Oberösterreicherin, die sich ihren Arm mit der Motorsäge abtrennte, dauert die Operation einige Stunden. SALZBURG24 hat nachgefragt, wie man sich in einer solchen Situation richtig verhält, wovon die Chancen einer erfolgreichen Operation abhängen – und warum man auch bei kleineren Verletzungen, etwa einem abgetrennten Finger, lieber nicht selbst ins Krankenhaus fahren sollte.




Ist die Gliedmaße erst einmal ab, ist es wichtig, diese schnell einzusammeln und in einen möglichst sauberen Plasiksack oder einen Gefrierbeutel luftdicht einzupacken. Der Beutel soll dann in einen Behälter mit kaltem Wasser oder Eiswürfel gegeben werden. „Wichtig ist dabei, dass die abgetrennte Gliedmaße nicht direkt mit dem Eis in Kontakt kommt“, erklärt Thomas Hölzenbein, Primar an der Gefäßchirurgie am Uniklinikum Salzburg.

Zeit ein entscheidender Faktor

Die Wunde an der Hand soll nicht abgebunden, sondern ein steriler Druckverband angelegt werden. Wichtig ist zudem, die Rettung zu rufen und sich von dieser ins Krankenhaus bringen zu lassen. Die Rettungskräfte wissen nämlich genau, wohin der Patient gebracht werden muss – und sparen so wertvolle Zeit. „Die Länge der Zeitspanne zwischen Verletzung und ihrer Versorgung ist ein entscheidender Faktor“, betont Primar Thomas Freude von der Orthopädie und Traumatologie am Uniklinikum Salzburg.

Glatte Schnittverletzungen haben bessere Chancen

Im Krankenhaus angekommen, ist eine erfolgreiche Operation von mehreren Faktoren abhängig. So macht es einen Unterschied, wie die Abtrennung erfolgt ist: „Bei Motorsägen-Verletzungen ist in der Regel eine massive Zerstörung der beteiligten Weichteile vorhanden, was eine Replantation erschwert“, sagt Freude. „Bei glatten Schnittverletzungen sind die Voraussetzungen besser.“

Körperliche Verfassung entscheidend

Auch der Zustand des Patienten ist entscheidend. Ist dieser in körperlich guter Verfassung und hält eine mehrstündige Operation aus, sind die Erfolgschancen höher. „Hat der Patient auch andere Verletzungen, die dringlicher behandelt werden müssen, ist es möglich, dass die Replantation der Gliedmaße aus Zeitgründen nicht mehr möglich ist“, erklärt Hölzenbein.

Ärzte brauchen Bereitschaft „zum Basteln“

Ebenfalls entscheidend ist die Erfahrung der behandelnden Ärzte. „Eine derartige Operation ist schwierig und langwierig. Es ist viel Erfahrung und Bereitschaft ‚zum Basteln‘ sowie interdisziplinäres Denken notwendig“, so Hölzenbein. Sind all jene Faktoren gegeben, stehen die Chancen des Fingers nicht schlecht.

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