Aufräumarbeiten nach Unwettern voll angelaufen

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Das Vorgehen der Konzerne gilt nicht als illegal
Das Vorgehen der Konzerne gilt nicht als illegal - © APA (AFP)
In den von Unwettern heimgesuchten Landesteilen im südlichen Niederösterreich, im Burgenland, der Steiermark und Kärnten sind umfangreiche Aufräumarbeiten angelaufen. Hunderte Helfer waren am Mittwoch im Einsatz. Die Regierungsspitze kündigte an, rasch Hilfe aus dem Katastrophenfonds prüfen zu lassen. Den Schaden für die Landwirtschaft bezifferte die Hagelversicherung mit 1,7 Millionen Euro.

Die Gewitter verursachten Hagel- und Sturmschäden, Vermurungen und Überschwemmungen, Straßen waren unpassierbar, Hausdächer abgedeckt, Autos und Elektroleitungen wurden beschädigt. Teilweise fielen binnen weniger Stunden lokale Rekordregenmengen, in Puchberg am Schneeberg (Bezirk Neunkirchen) beispielsweise in wenigen Stunden 116 Millimeter, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. An der Wetterstation der ZAMG auf der Rax wurden am Dienstag 102 Millimeter Regen gemessen, der zweithöchste dort bisher gemessene Wert. Die Gewitter brachten zudem Sturmböen mit mehr als 100 km/h, in Graz etwa bis zu 111 km/h.

Der Bezirk Neunkirchen war noch am Dienstagnachmittag zum Katastrophengebiet erklärt worden. Mittwochfrüh machten sich rund 200 Feuerwehrleute erneut an die Arbeit, berichtete Franz Resperger vom Landeskommando der APA. Das Aufräumen werden sicher den ganzen Tag und vermutlich auch am Donnerstag andauern. Niederösterreichs LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) machte sich am Mittwoch selbst ein Bild von der Situation im Bezirk Neunkirchen und bezeichnete diese als “angespannt”.

Die mächtigen Gewitter, die über die Bezirke Neunkirchen, Wiener Neustadt, Krems, Zwettl, Gmünd und Waidhofen a.d. Thaya gezogen waren, führten zu 350 Feuerwehreinsätzen, die 1.100 Mitglieder auf Trab hielten. Die Hilfekräfte retteten mehrere Menschen, etwa die Bewohner eines Bauernhofs in Otterthal sowie eine Frau mit zwei Kindern aus einem Pkw in derselben Ortschaft.

Im ebenfalls zum wiederholten Mal betroffenen Südburgenland rüsteten sich die Einsatzkräfte schon für die befürchteten nächsten Gewitter samt Starkregen am Mittwochnachmittag. Die Feuerwehr richtete weitere Sandsäcke her. Am Dienstag hatte es zudem das “Blaufränkischland” (Bezirk Oberpullendorf) im Mittelburgenland besonders stark getroffen. “Hier machte der Schaden am Dienstagabend bereits eine Million Euro aus”, sagte Mario Winkler, Sprecher der Hagelversicherung.

Schwere Schäden in der Landwirtschaft gab es auch im niederösterreichischen Wechselgebiet und der Buckligen Welt, in der Steiermark im Mürztal und in Salzburg im Bezirk Sankt Johann im Pongau. Seit mittlerweile rund zwei Wochen komme die Bauernschaft durch die andauernden Wetterextreme nicht zur Ruhe. “Betroffen sind neben Weinkulturen sämtliche Ackerkulturen und das Grünland”, so Winkler.

In der Steiermark waren zunächst rund 1.000 Haushalte vor allem in der Oststeiermark weiter ohne Strom. Nach der Gewitterfront am Dienstagabend waren laut Feuerwehr zwischenzeitlich rund 1.500 Kräfte im Einsatz. Im Stadtpark in Graz kam ein 26-jähriger Rumäne ums Leben, als er von einem umfallenden Baum getroffen wurde. Der Park bleibt nun zumindest bis Sonntag für Aufräumarbeiten und Begutachtungen gesperrt, teilte die Stadt Graz mit. Im gesamten Stadtgebiet wurden insgesamt 25 große, umgefallene Bäume gezählt.

Im Bezirk Voitsberg sind weiterhin einige Bäche und Rückhaltebecken verklaust, teilte Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer (SPÖ) mit. Die Ortschaft Piberegg in der Gemeinde Bärnbach wurde von ihm zum Katastrophengebiet erklärt. Der dortige Freisingbach sei total mit Verklausungen belegt, die sofort entfernt werden müssen, da neuerliche Gewitter drohen. Zudem sei ein Gehöft nach dem Unwetter vom Dienstag noch immer nicht erreichbar, so Schickhofer.

In Kärnten traf ein umstürzender Baum während des Gewittersturms am Dienstagabend in Eberndorf (Bezirk Völkermarkt) das Heck eines Pkw, die Lenkerin (56) blieb unverletzt, musste aber mit Hilfe einer Bergeschere befreit werden.

“Die Unwettersaison hat dieses Jahr schon viel früher begonnen”, sagte die Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen, Doris Wendler. Seit Jänner habe ihre Versicherungsfirma rund 9.000 Schadensfälle und Aufwände von mehr als 13 Millionen Euro registriert. “Wenn die Unwetter und Naturkatastrophen weiterhin so stark sind, werden wir das Rekordjahr 2017 mit rund 108 Millionen Euro übertreffen.”

(APA)

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