14. Februar 2012 15:34; Akt.: 15.02.2012 08:39

Jugendbande wollte Wasserrettungs-Bus sprengen: Prozess in Salzburg

Der Verteidiger des Hauptangeklagten erklärte vor Gericht, dass es sich bei den Vergehen seines Mandanten um jugendlichen Leichtsinn gehandelt habe. Der Verteidiger des Hauptangeklagten erklärte vor Gericht, dass es sich bei den Vergehen seines Mandanten um jugendlichen Leichtsinn gehandelt habe. - © Neumayr/MMV
Eine Bande Jugendlicher, die im Sommer 2011 bei der Wasserrettung Seekirchen (Flachgau) eingebrochen sein und versucht haben soll, ein gestohlenes Einsatzfahrzeug zu sprengen, ist am Dienstag vor einem Salzburger Strafgericht gestanden. Die Jugendlichen müssen in Haft.
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SALZBURG24.at

Die Staatsanwaltschaft warf den insgesamt sechs angeklagten Jugendlichen und jungen Erwachsenen weitere Straftaten vor: Sie sollen auch Tauchausrüstungen gestohlen und zweimal erfolglos versucht haben, eine Shell-Tankstelle in Anif zu überfallen. Fünf der Angeklagten zeigten sich teilweise geständig.

19-jähriger Schweizer ist Haubtbeschuldigter

Hauptbeschuldigter war ein 19-jähriger Schweizer. Ihm wurde schwerer und gewerbsmäßiger Diebstahl durch Einbruch, Urkundenunterdrückung, das Vergehen des unbefugten Gebrauches von Fahrzeugen sowie das Verbrechen des versuchten schweren Raubes als Beitragstäter vorgeworfen. “Wir haben aus Spaß über die Wasserrettung geredet, dachten, es gäbe dort vielleicht Geld zu holen”, sagte der 19-Jährige vor Gericht aus. Der Schweizer hatte zuvor eigenen Angaben zufolge rund ein halbes Jahr als Rettungsschwimmer in Seekirchen gearbeitet. Er habe sich mit seinen ehemaligen Kollegen gut verstanden, die Arbeit habe ihm gefallen. Obwohl er sich bereits im Vornherein dachte, es handle sich dabei um “keine gute Idee”, fuhr er mit zwei Freunden nach Seekirchen. Die beschuldigten Jugendlichen sollen Tauchausrüstungen sowie ein Einsatzfahrzeug gestohlen haben, mit dem sie das Diebesgut transportiert haben dürften.

Fahrzeug wurde beseitigt um Spuren zu verwischen

Das Auto zu entwenden, sei eine “spontane Entscheidung” gewesen, so der Schweizer. Da keiner das Fahrzeug lenken wollte, habe sich der zum Tatzeitpunkt 15-jährige Freund des Hauptangeklagten dazu bereiterklärt. Danach kamen die drei Burschen gemeinsam mit einer Freundin zu dem Entschluss, das Fahrzeug zu beseitigen, um mögliche Spuren zu verwischen, so der Hauptangeklagte. “Wir haben überlegt das Auto in die Luft zu jagen, dazu wollten wir Stofffetzen in den Tank legen.” Der 15-jährige Lenker des Einsatzfahrzeuges baute laut Anklage mehrere Verkehrsunfälle und verunreinigte das stark beschädigte Auto mit einem gestohlenen Feuerlöscher. Das Diebesgut wollten die Jugendlichen zunächst an den Salzachseen ausprobieren, die Idee, die gestohlenen Sachen zu verkaufen, sei erst später gekommen, sagte der Schweizer.

Tankstellenüberfall blieb beim Versuch

Am 28. August 2011 blieb ein Tankstellenüberfall in Anif laut Staatsanwalt beim Versuch. In der Nacht auf den 1. September 2011 versuchten sie demnach, die Tankstelle nochmals zu überfallen. Dieses Mal wurde ein weiterer Freund zur Tat hinzugezogen, weil dieser “so lieb aussieht, dem kann keiner was tun”, sagte der Hauptbeschuldigte. Er selbst sei jedoch nicht am Tatort gewesen, weil er daheim auf einer Konsole gespielt hätte. Er hätte nur gewusst, dass vier seiner Freunde erneut zur Tankstelle gefahren seien – bewaffnet mit Gaspistolen, Messern und einem Schlagring. Sie hätten ihm nachher lediglich erzählt, dass “eine Frau drinnen war und die Eingangstür nicht geöffnet wurde”.

Jugendliche ergreifen die Flucht

Der Anklageschrift zufolge hatte eine Angestellte der Tankstelle den vermummten Angeklagten durch die Tür gedeutet, sie sollten ihre Kopfbedeckungen abnehmen. Dem seien die Jugendlichen jedoch nicht nachgekommen, woraufhin die Verkäuferin eine Nummer in ihr Handy getippt habe. Aus Furcht hätten die Jugendlichen daraufhin die Flucht ergriffen.

Verteidiger: “Jugendlicher Leichtsinn”

Der Verteidiger des Hauptangeklagten, Franz Essl, erklärte vor Gericht, dass es sich bei den Vergehen seines Mandanten um jugendlichen Leichtsinn gehandelt habe und er von der herrschenden Gruppendynamik geleitet worden sei. Der junge Mann habe außerdem eine schwierige Kindheit durchlebt. “Mein Mandant hat mit dem Raubversuch nichts zu tun”, sagte Essl vor Beginn des Prozesses zur APA. Ein Urteil wurde gegen Abend erwartet.

Haftstrafen

Die Urteile sind am Dienstagabend ergangen: Der Hauptangeklagte, ein 19-jähriger Schweizer, erhielt wegen versuchten, schweren Raubes eine unbedingte Freiheitsstrafe von vier Jahren. Die anderen fünf Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurden zu Freiheitsstrafen von einem Jahr bedingt bis zu drei Jahren unbedingt verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft warf der Bande vor, sie hätten mit dem Bus der Wasserrettung zwei Unfälle verursacht und das Fluchtauto danach mit einem Feuerlöscher verunreinigt. Zudem sei auch eine Sprengung des Fahrzeuges beabsichtigt gewesen. Die Angeklagten sollen auch Tauchausrüstungen gestohlen und zwei versuchte Tankstellenüberfälle begangen haben.

Das Urteil für den Hauptangeklagten ist bereits rechtskräftig. Alle anderen Schuldsprüche sind nicht rechtskräftig. (APA)



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