Seniorenheim in Grödig wird zum Demenzzentrum

Im Bild: Landesrat Josef Schwaiger (re.) beim Unterschreiben des Fördervertrags, mit Bürgermeister Richard Hemetsberger (2.v.li.) sowie Heidi Haas und Herbert Schober, beide Leiter des Seniorenheims.
Im Bild: Landesrat Josef Schwaiger (re.) beim Unterschreiben des Fördervertrags, mit Bürgermeister Richard Hemetsberger (2.v.li.) sowie Heidi Haas und Herbert Schober, beide Leiter des Seniorenheims. - © Land Salzburg/Melanie Hutter
Demenz. Die Krankheit ist gleichzeitig Schreckgespenst und Realität, Tatsache ist: Die Menschen in Salzburg werden älter und die Anzahl der Demenzkranken steigt. Die Gemeinde Grödig (Flachgau) reagiert und adaptiert das Seniorenheim.

“Wir fördern das Projekt aus dem Topf der ländlichen Entwicklung mit 1,76 Millionen Euro. Dazu kommen 46.000 Euro aus dem GAF (Gemeindeausgleichsfonds, Anm.). Mir ist es ein besonderes Anliegen, dass unsere älteren Salzburgerinnen und Salzburger vor allem im ländlichen Raum gut versorgt sind und sich wohl fühlen”, betont Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) am Freitag in einer Aussendung.

77 Prozent der Gesamtkosten für das “Seniorenheim neu” in Grödig kommen aus dem Landesbudget, das sind insgesamt 1,8 Millionen Euro – 1,76 Millionen Euro aus der Förderung für die ländliche Entwicklung und 46.000 Euro aus dem Gemeindeausgleichsfonds für den Landeshauptmann Wilfried Haslauer zuständig ist. “In unmittelbarer Nähe, also auch Anif, Gneis, Morzg und Moos mitgezählt, wohnen mehr als 17.000 Menschen. Das heißt laut Experten, dass aus demografischen Gründen zirka 2.000 Menschen von diesem neuen Angebot profitieren können”, rechnet Schwaiger vor und er fügt hinzu: “Da Betroffene bisher weite Wege auf sich nehmen mussten, wird das Projekt aus dem Topf für die ländliche Entwicklung unterstützt.”

Tagesbetreuung entlastet die pflegenden Angehörigen

Grödig wird das Seniorenheim so adaptieren, dass eine stationäre und eine teilstationäre Betreuung speziell für Demenzkranke möglich sind. Bürgermeister Richard Hemetsberger betont: “Desorientierte Menschen brauchen eine besondere Umgebung und Zuwendung. Ich denke, dass hier die Tagesbetreuung eine große Rolle spielen wird. Sie entlastet die Angehörigen und der Übergang in einen dauerhaften Aufenthalt im Seniorenheim fällt nicht so schwer, wenn man die Räumlichkeiten und die Personen schon kennt.”

Der Bedarf in Grödig und im Einzugsbereich ist groß

Wie groß der Bedarf ist, zeigen die Erfahrungen direkt aus Grödig: Psychische Erkrankungen wie Demenz steigen hier rapide. Von 84 Bewohnern haben 56 eine diagnostizierte Demenz. “Bei Neuaufnahmen weisen bereits drei von vier demenzielle Erkrankungen auf”, wissen die Experten. “Das Thema berührt besonders, jeder von uns könnte einmal betroffen sein. Doch nicht nur deshalb ist die gute Versorgung wichtig. Das Angebot an sozialen Dienstleistungen muss vor allem in den Gemeinden ausgebaut werden. Damit der ländliche Raum lebendig und lebenswert bleibt, brauchen wir für alle Altersschichten attraktive Rahmenbedingungen”, so Schwaiger, der am Freitag die Förderung zusicherte, sehr zur Freude von Heidi Haas und Herbert Schober, die das Seniorenheim in Grödig leiten. Spätestens 2020 soll das neue Demenzzentrum eröffnet werden, inklusive Garten, der einen geschützten Bereich darstellt und nach den besonderen Bedürfnissen gestaltet wird.

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