So holt ihr euch beim Steuerausgleich euer Geld zurück

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Vom Finanzamt kann man sich mit dem Steuerausgleich Geld zurück holen.
Vom Finanzamt kann man sich mit dem Steuerausgleich Geld zurück holen. - © APA/BARBARA GINDL
Jedes Jahr steht er an: Der Steuerausgleich. Seit letztem Jahr gibt es in Österreich den automatischen Lohnsteuerausgleich. Das heißt aber nicht, dass man nicht auch selbst noch weitere Belege einreichen und geltend machen kann. Wir haben uns angesehen, was ihr beim Steuerausgleich beachten solltet.

Der Steuerausgleich kann eine mühsame und komplizierter Sache sein – in den meisten Fällen zahlt er sich aber durchaus aus. Trotz des automatischen Steuerausgleichs, der 2017 eingeführt wurde, können sich die meisten Arbeitnehmer noch zusätzlich Geld zurückholen.

Fünf-Jahresfrist für Steuerausgleich

Mithilfe der Arbeitnehmerveranlagung können Lohnsteuer, Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Das ist immer rückwirkend für die letzten fünf Jahre möglich. 2018 kann man also den Steuerausgleich für die Jahre 2017, 2016, 2015, 2014 und 2013 machen. Belege für Ausgaben, die man geltend gemacht hat, müssen sieben Jahre lang aufbehalten werden.

 

Neben dieser freiwilligen Arbeitnehmerveranlagung gibt es auch die verpflichtende. Diese fällt an, wenn zusätzlich neben einem offiziellen Dienstverhältnis noch weitere Einkünfte bestehen und 730 Euro pro Kalenderjahr überschreiten.

Das sind die wichtigsten Absetzposten:

Werbungskosten:

Darunter versteht der Gesetzgeber Ausgaben zur Erwerbung, Sicherung oder Erhaltung der Einnahmen.

  • Sozialversicherungsbeiträge aufgrund mehrerer geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse
  • Arbeitsmittel
  • Fachliteratur
  • Reisekosten
  • Fortbildungs-, Ausbildungs- und Umschulungskosten
  • Kosten für Familienheimfahrten
  • Kosten für doppelte Haushaltsführung

Sonderausgaben:

  • Beiträge und Prämien für eine freiwillige Kranken-, Unfall- oder Lebensversicherung.
  • Rückzahlungen von Darlehen für die Schaffung, Errichtung oder Sanierung von Wohnraum
  • Nachkauf von Versicherungszeiten
  • Kirchenbeiträge
  • Spenden an mildtätige Organisationen, Umweltorganisationen oder Tierheime
  • Steuerberatungskosten

Außergewöhnliche Belastungen:

Die Belastung muss außergewöhnlich und zwangsläufig sein, sowie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.

  • Zahnarztkosten, aber auch sämtliche Arzt- und Apothekenrechnungen
  • Begräbniskosten, die im Nachlass nicht Deckung finden
  • Ausgaben für die auswertige Berufsausbildung von Kindern
  • Ausgaben für die Beseitigung von Katastrophenschäden

Hier gibt es Selbstbehalte, die sich prozentuell nach der Höhe des Einkommens richten.

Hier könnt ihr den Steuerausgleich erledigen:

Erledigen kann man den Steuerausgleich über das Portal finanzonline.at. Wer sich lieber helfen lässt, kann das beim Infocenter des Finanzamts in der Stadt Salzburg oder der Arbeiterkammer machen. Die Frist der Arbeitnehmer zur Einstellung der Lohnzettel ist heuer der 28. Februar. Zuvor kann man als Arbeitnehmer den Steuerausgleich nicht machen. Steuerexperte Gerald Hofer von der Salzburger Steuerberatung Hofrichter und Papistock: “Gelegentlich muss ich also sogar warten, bis ich den Steuerausgleich machen kann. Die fünf Jahresfrist sollte man aber nicht übersehen.”

Steuerausgleich auch ohne Lohnsteuer

Ein Steuerausgleich zahlt sich nicht nur für jene aus, die Lohnsteuer bezahlen. In den folgenden Fällen kann man trotzdem Bezüge geltend machen:

  • unregelmäßig hohe Gehaltsbezüge, etwa  durch Provisionen oder Überstunden
  • Negativsteuer: Maximal 400 Euro
  • Arbeitnehmerabsetzbetrag wurde abgeschafft, Verkehrsabsetzbeitrag dafür auf maximal 400 Euro erhöht
  • Verluste aus anderen nicht lohnsteuerpflichtigen Einkünften, etwa Verluste aus Vermietung und Verpachtung
  • Anspruch auf Kinderfreibetrag oder aufgrund von Alimentationszahlungen Anspruch auf Unterhaltsabsetzbetrag
  • Anspruch auf einen Alleinerzieher- oder Alleinverdienerabsetzbetrag, Gutschrift mindestens 494 Euro
  • Anspruch auf Arbeitnehmer- oder Grenzgängerabsetzbetrag, maximal 110 Euro
  • Pendlerpauschale: Maximal 251 Euro

Änderungen durch neuen Familienbonus

Bis zum 1. Jänner 2019 bleiben die Absetzung der Kinderbetreuung und der Alleinverdienerabsetzbetrag sowie der Unterhaltsabsetzbetrag gleich. Mit der Einführung des neuen Familienbonus ändert sich das aber im nächsten Jahr. Auch der Kinderfreibetrag bleibt bis dahin bestehen. Der beläuft sich bei einmaligem Anspruch auf 400, bei Aufteilung auf 300 Euro pro Elternteil.

Kinderbetreuungskosten sind bis zum Ende des Kalenderjahres, in dem das Kind das zehnte Lebensjahr vollendet, als außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen. Die absetzbaren Kosten für die Kinderbetreuung sind mit insgesamt 2.300 Euro pro Kind und Kalenderjahr limitiert. Dieser Jahresbetrag ist nicht anteilsmäßig aufzuteilen. Abzugsfähig sind nur die unmittelbaren Kosten für die Kinderbetreuung selbst. Dazu zählen auch die Verpflegungskosten sowie das Bastelgeld, die im Zusammenhang mit der Betreuung anfallen. Kosten für Privatschulen sind steuerlich nicht absetzbar.

Pendlerpauschale und Pendlereuro absetzen

Absetzbar ist auch die Pendlerpauschale. “Allerdings nur, wenn der Arbeitgeber kein Fahrzeug zur Verfügung stellt, also man kein Dienstauto hat”, betont Hofer.

Die Pendlerpauschale gilt dann, wenn entweder der Arbeitsweg auf einfacher Strecke mehr als 20 Kilometer umfasst (kleines Pendlerpauschale), oder die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittel nicht möglich ist und der Arbeitsweg mindestens zwei Kilometer beträgt (große Pendlerpauschale). Weiters kann zusätzlich zum Pendlerpauschale noch ein Pendlereuro beantragt werden, wenn die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mindestens elf Mal pro Monat zurückgelegt wird.

Ausbildungskosten lassen sich zurückholen

Auch Ausbildungskosten kann man geltend machen. Sie sind nur dann abzugsfähig, wenn ein Zusammenhang mit der ausgeübten oder einer damit verwandten Tätigkeit vorliegt. Maßgebend ist das konkrete Dienstverhältnis und nicht ein früher erlernter Beruf. Umschulungskosten sind abzugsfähig, wenn sie derart umfassend sind, dass sie einen Einstieg in eine neue berufliche Tätigkeit ermöglichen, die mit der bisherigen Tätigkeit nicht verwandt ist.

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