Wasserrettung: Mitgliedsbeiträge müssen Vignetten finanzieren

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LAbg. Helmut Naderer spendete für die Flachgauer Wasserrettung sieben Vignetten.
LAbg. Helmut Naderer spendete für die Flachgauer Wasserrettung sieben Vignetten. - © Neumayr
Mit den Überkopf-Kameras zur Kontrolle der Vignette tat sich ein Problem für die Wasserrettung auf: Wurde früher bei Einsatzfahrzeugen bei der Vignettenpflicht gerne weggesehen, ist dies nun nicht mehr möglich. Für die freiwilligen Helfer entstehen so horrende Kosten.

“Das Gesetz sagt normalerweise aus, dass wir keine Vignette brauchen, wenn wir im Einsatzfall mit Blaulicht unterwegs sind. Das Groteske daran ist, dass das nur für die Hinfahrt gilt”, so Heinrich Brandner, Bundesleiter der Salzburger Wasserrettung im Gespräch mit SALZBURG24 am Dienstag. Bei der Rückfahrt galt diese Regelung vorerst nicht, somit musste entweder eine Vignette gekauft oder eine andere Straße verwendet werden. Hier wurde dann nachgebessert: Wenn sich die Wasserrettung nun nachweislich auf dem Rückweg eines Einsatzes befindet, gilt die Vignettenpflicht ebenfalls nicht. Alle anderen Fahrten sind davon aber ausgenommen.

Vignettenproblem für Politik kein Thema

Auf das Problem machten Wasserrettung und Bergrettung, die von dieser Regelung ebenfalls betroffen ist, bereits im Vorjahr aufmerksam. Eine Kontaktaufnahme mit der Politik blieb im Herbst im Wahlkampf allerdings erfolglos: “Wir haben alle Fraktionen, inklusive Nationalrat und alle Minister, angeschrieben. Vor der Wahl war das Thema aber offenbar für niemanden interessant”, so Brandner. In Salzburg müssen nun insgesamt 21 Fahrzeuge der Wasserrettung mit Vignetten ausgestattet werden, für sieben Fahrzeuge der Wasserrettung im Flachgau übernahm dies Landtagsabgeordneter Helmut Naderer (FWS). Naderer war für ein Statement bis Dienstagmittag nicht erreichbar.

Strafen bei Wasserrettung und Bergrettung eingehoben

Befreit von der Vignettenpflicht sind allerdings andere Einsatzorganisationen wie die Feuerwehr oder das Rote Kreuz. Ebenso befreit ist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft und Oldtimer-Feuerwehrfahrzeuge. Im letzten Jahr wurden bei der Flachgauer Wasserrettung bereits zwei Strafen eingehoben. Auch bei der Wasser- und Bergrettung in Tirol, Niederösterreich und der Steiermark gab es bereits Strafen wegen unberechtigter Autobahnnutzung.

Mitgliedsbeiträge für Vignettenkauf

Bei der Wasserrettung wird als einzige Rettungsorganisation ein Mitgliedsbeitrag verlangt. Diese Beiträge müssen nun zu einem großen Teil zum Kauf von Vignetten hergenommen werden. Österreichweit besitzt die Wasserrettung etwa 100 Fahrzeuge. Im Falle einer Strafe haftet übrigens der Lenker, die Mitglieder, die also für eine ehrenamtliche Arbeit auch noch einen Mitgliedsbeitrag bezahlen, müssen dann auch für die Kosten aufkommen. Für Brandner ist die Situation so nicht tragbar, er hofft, dieses Jahr eine Lösung gemeinsam mit der Politik zu finden.

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