Flugzeug mit brasilianischem Fußballteam in Kolumbien abgestürzt

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Noch am 24. November gewann das Team im Südamerica-Cup gegen ein Team aus Argentinien.
Noch am 24. November gewann das Team im Südamerica-Cup gegen ein Team aus Argentinien. - © ASSOCIATED PRESS
Beim Absturz eines Flugzeugs mit der brasilianischen Fußballmannschaft Chapecoense an Bord sind in Kolumbien 75 Menschen getötet worden. Sechs Insassen überlebten, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Die Mannschaft des brasilianischen Erstliga-Vereins Chapecoense sollte am Mittwoch in Medellin das Hinspiel im Finale des Vereinswettbewerbs Copa Sudamericana gegen Atletico Nacional aus Medellin bestreiten. Der Wettbewerb ist nach der Copa Libertadores der zweitwichtigste Clubwettbewerb in Südamerika. Das Erreichen des Finales war der bisher größte Erfolg des 1973 gegründeten Teams aus dem südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina, bei dem vor über 20 Jahren auch der spätere Bundesliga-Profi Paulo Rink spielte.

“Es ist ein trauriger Tag für den Fußball”, sagte der Präsident des kolumbianischen Vereins Atlético, Juan Carlos de la Cuesta.


Flugzeug bei La Union vom Radar verschwunden

Das Flugzeug mit 81 Menschen an Bord stürzte im Nordwesten Kolumbiens ab. Nach einem Flug von Sao Paulo nach Santa Cruz in Bolivien war die verunglückte Maschine dort in Richtung Medellin gestartet.

Wie die Luftfahrtbehörde mitteilte, verunglückte die Maschine vom Typ Avro RJ85 der bolivianischen Gesellschaft Lamia am Berg El Gordo in der Nähe der Ortschaft La Union. Bevor das vierstrahlige Flugzeug gegen 22.00 Uhr (Ortszeit) am Montagabend vom Radar verschwunden sei, hätten die Piloten Probleme mit der Elektronik gemeldet, hieß es unter Berufung auf den Kontrollturm des Flughafens von Medellin.

Die Fußballmannschaft streamte noch vor kurz live auf Facebook:


Das letzte Bild aus der Maschine kurz vor dem Absturz:

Tote und Überlebende nach Flugzeugabsturz

An Bord waren 72 Passagiere sowie neun Besatzungsmitglieder. Nach vorläufigen Behördenangaben starben 75 Menschen. Ersatztorhüter Jackson Follmann (24) und die Verteidiger Alan Ruschel (27) sowie Helio Neto (31), eine Stewardess, ein Flugzeugtechniker sowie ein Journalist überlebten Behördenangaben zufolge das Unglück. Auch Torwart Marcos Danilo Padilha war zunächst gerettet worden, er starb aber auf dem Weg ins Krankenhaus. Neun Spieler waren nicht zum Finale mitgereist.

Unter ihnen war der Argentinier Alejandro Martinuccio, und zwar wegen einer Verletzung. Sein Sohn sei ursprünglich sehr traurig gewesen, dass er nicht mit zum Final-Hinspiel nach Medellín reisen konnte, berichtete sein Vater Ruben Martinuccio am Dienstag in Buenos Aires. Nun zählt der 28-Jährige dank seiner Blessur zu den wenigen überlebenden Profis des Clubs.

Unglücksstelle extrem schwer zugänglich

Polizisten seien als erste zu der schwer zugänglichen Unglücksstelle gelangt, teilte die Luftfahrtbehörde mit. Die Gegend sei wegen Nebels nur auf dem Landweg zu erreichen, nicht aus der Luft. Ein Rettungs-Hubschrauber der Luftwaffe habe seinen Einsatz abbrechen müssen.

Der örtliche Feuerwehrchef Edison Gutierrez sagte laut “El Colombiano”, es stünden 25 Krankenwagen bereit. Sie könnten aber nicht zur Unglücksstelle gelangen. Deshalb seien Geländewagen im Einsatz.

 

Probleme mit der Elektronik

Die Piloten sollen vor dem Unglück Probleme mit der Elektronik der Maschine gemeldet haben, teilte die Flughafenbehörde von Medellin in der Nacht auf Dienstag unter Berufung auf den Kontrollturm über Twitter mit.

Fußballer auf dem Weg zum Südamerica-Cup-Finale

Chapecoense ist ein Verein aus Chapeco im südbrasilianischem Bundesstaat Santa Catarina, der erst 2014 in die Erste Liga Brasiliens aufgestiegen ist. Das Fußballteam war über Santa Cruz de la Sierra in Bolivien nach Kolumbien zum Finale des Südamerika-Cup geflogen.

Finale des Südamerika-Cup abgesagt

Der südamerikanische Fußballverband (CONMEBOL) hat das Finale der Copa Sudamericana abgesagt. “Alle Aktivitäten der CONMEBOL werden bis auf Weiteres ausgesetzt”, hieß es in der Mitteilung des südamerikanischen Verbandes. Der Wettbewerb ist nach der Copa Libertadores der zweitwichtigste Fußball-Clubbewerb in Südamerika.

Der Absturz des Flugzeugs mit dem Team löste große Anteilnahme aus. Trauerschleifen, die das Wappen des Clubs umgeben, wurden über Twitter veröffentlicht. Der türkische Club Fenerbahce Istanbul schrieb: “Wir sind mit Euch.” Anhänger des Clubs twitterten: “Betet für uns”. Auf dem Account des Clubs hieß es, man warte auf aktuelle Informationen der Behörden.

(APA)

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