Formel 1: Die schlimmsten Unfälle seit Imola 1994

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Am Sonntag krachte Jules Bianchi mit seinem Marussia in einen Bergekran.
Am Sonntag krachte Jules Bianchi mit seinem Marussia in einen Bergekran. - © APA/EPA/HIROSHI YAMAMURA
Mehr als 20 Jahre sind mittlerweile vergangen, seit ein Formel-1-Rennen von einem tödlichen Unfall eines Fahrers überschattet worden ist: Der dreifache Weltmeister Ayrton Senna starb am 1. Mai 1994 im Grand Prix von San Marino in Imola. Seither ist die Königsklasse zwar viel sicherer geworden, schwere Unfälle passieren aber immer wieder.

Am Wochenende überschattete der schwere Unfall von Marussia-Pilot Jules Bianchi in Suzuka die Formel 1. Der 25-Jährige war von der regennassen Fahrbahn gerutscht und in einen Bergekran gekracht. Nach einer Notoperation ist der Zustand von Bianchi auch am Dienstag nach wie vor kritisch. Der 25-Jährige Bianchi kämpft im Krankenhaus von Yokkaichi in Japan weiter um sein Leben.

Ein Überblick über die schlimmsten Formel-1-Unfälle nach Imola 1994:

    •  12. Mai 1994: Nur elf Tage nach dem Tod von Brasiliens Formel-1-Ikone Ayrton Senna verunglückt Sauber-Pilot Karl Wendlinger im Freien Donnerstag-Training in Monaco schwer. Der 25-jährige Tiroler kommt mit 262 km/h aus dem Tunnel und kracht in der Hafenschikane in die Streckenbarriere. Er erleidet ein Schleudertrauma sowie Gehirnschwellungen und -prellungen. Insgesamt 19 Tage wird Wendlinger im künstlichen Koma gehalten und schwebt anfänglich in Lebensgefahr. Fünfeinhalb Monate nach seinen Horror-Crash gibt Wendlinger sein Formel-1-Comeback.

 

  • 10. November 1995: Mika Häkkinen verliert im ersten Zeittraining für den Grand Prix in Adelaide bei knapp 200 km/h die Kontrolle über seinen McLaren-Mercedes, rast in die Reifenstapel an der Begrenzungsmauer und erleidet einen Schädelbruch. 24 Stunden befindet sich der Finne, der dann 1998 und 1999 Weltmeister wird, im künstlichen Koma und in Lebensgefahr, erholt sich danach aber überraschend schnell.

 

  • 11. Juli 1999: Ferrari-Star Michael Schumacher kracht in Silverstone nach einem Bremsdefekt der Hinterräder eingangs der Stowe-Kurve mit über 200 km/h in einen Reifenstapel. Der Deutsche zieht sich dabei einen glatten Schien- sowie Wadenbeinbruch im rechten Bein zu. Drei Monate später gibt Schumacher sein Comeback in der Königsklasse, wird von 2000 bis 2004 fünf Mal in Serie Weltmeister im Ferrari und avanciert mit insgesamt sieben Titeln zum Rekordchampion.

 

Michael Schumacher bei seinem Unfall in Silverstone. (c) EPA Michael Schumacher bei seinem Unfall in Silverstone. (c) EPA ©
  • 10. September 2000: Der deutsche Jordan-Pilot Heinz-Harald Frentzen kollidiert in Monza mit seinem italienischen Teamkollegen Jarno Trulli und löst damit einen Massenunfall aus, in den insgesamt sechs Piloten verwickelt sind. Strecken-Feuerwehrmann Paolo Ginslinberti wird dabei von einem herumfliegenden Reifen getroffen und erliegt noch am selben Tag im Krankenhaus an seinen schweren Kopf- und Brustverletzungen.

 

(c) EPA/Sergio Fermi (c) EPA/Sergio Fermi ©
  • 20. Juni 2004: Ralf Schumacher knallt in Indianapolis mit seinem Williams-BMW eingangs der Start-Ziel-Geraden nach der Steilkurve, die mit mehr als 300 km/h durchfahren wird, mit dem Heck in die Mauer und wird mitten auf die Strecke zurückgeschleudert. Der Deutsche hat aber doppeltes Glück, da kein anderer Fahrer in das Wrack seines Boliden kracht und er selbst keine ernsthaften Verletzungen erleidet.

 

  • 10. Juni 2007: BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica verunglückt im Kanada-Grand-Prix in Montreal schwer, als er bei einem Tempo von mehr als 250 km/h während eines Duells mit Toyota-Fahrer Jarno Trulli die Beherrschung über seinen Boliden verliert. Der Pole kracht zunächst in eine Mauer, überschlägt sich und schlägt schließlich seitlich in die Leitschiene ein. Sein Bolide “löst” sich dabei in seine Einzelteile auf, doch Kubica übersteht den Unfall nahezu unverletzt.

 

Kubica verunglückte in Montreal. (c) Gero Breloer Kubica verunglückte in Montreal. (c) Gero Breloer ©
  • 25. Juli 2009: Das Qualifying für den Formel-1-Grand-Prix von Ungarn wird von einem schweren Unfall überschattet: Ferrari-Pilot Felipe Massa wird in der zweiten Session bei einer Geschwindigkeit von mehr als 200 km/h von einer Stahlfeder, die sich vom Brawn-GP-Boliden seines brasilianischen Landsmannes Rubens Barrichello löst, auf dem Visier seines Helms getroffen. Daraufhin kracht Massa, der beim Aufprall der Feder schwere Kopfverletzungen erleidet, mit rund 190 km/h frontal in einen Reifenstapel. Die Ärzte versetzen den Südamerikaner nach einer Operation vorübergehend in ein künstliches Koma. Massa wird zwar zehn Tage nach dem Crash aus dem Krankenhaus in Budapest entlassen, muss aber den Rest der Saison pausieren.

 

Massa erlitt schwere Kopfverletzungen (c) EPA/Tamas Kovacs Massa erlitt schwere Kopfverletzungen (c) EPA/Tamas Kovacs ©
  • 27. Juni 2010: Red-Bull-Pilot Mark Webber fährt bei 310 km/h auf den Lotus des Finnen Heikki Kovalainen auf, steigt in der Folge gut zehn Meter hoch und schlägt nach einem Überschlag ungebremst in die Reifenstapel ein. Wie durch ein Wunder entsteigt der Australier praktisch unverletzt selbst dem Wrack.

 

  • 2. September 2012: Lotus-Pilot Romain Grosjean löst eine Startkollision aus und lässt Erinnerungen an Melbourne 2007 wach werden. Der Franzose hebt mit seinem Boliden ab und verfehlt nur knapp den Kopf von Ferrari-Star Fernando Alonso, der aber so wie alle anderen Beteiligten unverletzt bleibt. Grosjean wird nach diesem Unfall für ein Rennen gesperrt und mit einer Strafe von 50.000 Euro belegt.

 

  • 5. Oktober 2014: Der Franzose Jules Bianchi kommt im Japan-Grand-Prix in Suzuka in der Dunlop-Kurve von der regennassen Strecke und kracht in der Auslaufzone ins Heck eines Bergungsfahrzeugs, das gerade ebenfalls in dieser Kurve von der Piste gerutschten Boliden des deutschen Sauber-Fahrers Adrian Sutil entfernen will. Die FIA teilt nach dem Rennen mit, dass der 25-jährige Marussia-Pilot schwere Kopfverletzungen erlitten hat und deshalb im Krankenhaus in Yokkaichi operiert worden ist. (SALZBURG24)

 

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