FPÖ profitiert von “Frank”- und BZÖ-Ende in Salzburg

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Das Team Stronach gibt es in Salzburg nicht mehr. (Archivbild)
Das Team Stronach gibt es in Salzburg nicht mehr. (Archivbild) - © APA/Neumayr/MMV
Die FPÖ wird laut den Meinungsforschern bei allen vier bevorstehenden Landtagswahlen kräftig zulegen, auch in Salzburg. Diesmal nicht, wie 2014/15, hauptsächlich wegen der Flüchtlingskrise, sondern vor allem wegen des Endes der Konkurrenz durch das Team Stronach. Der Eintritt in die Bundesregierung dürfte – zumindest vorerst – keine Einbußen, sondern etwas Rückenwind bescheren.

In allen vier Ländern, die heuer wählen – Niederösterreich, Tirol, Kärnten und Salzburg – steht die FPÖ auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Denn bei den 2013er-Wahlen gab es noch keine Flüchtlingskrise, die den Blauen 2014/15 Ergebnisse zumindest über 20 (Vorarlberg und Steiermark), wenn nicht sogar knapp über 30 Prozent (Oberösterreich, Wien) brachte.

FPÖ in Kärnten abgestraft

Im Gegenteil: In Kärnten wurden die Freiheitlichen 2013 für Skandale und Affären abgestraft – mit dem Rekord-Minus von 28 Punkten und nur mehr 16,9 Prozent ging der einzige blaue Landeshauptmann verloren.

Leichtes Plus in Salzburg

Weit kleinere, aber doch Verluste gab es in Niederösterreich und Tirol: Die 8,2 Prozent in Niederösterreich sind das schlechteste Ergebnis bundesweit, gleich danach kommt Tirol mit 9,3 Prozent. In Salzburg gelang der FPÖ zwar ein leichtes Plus, aber keine 20, sondern 17,0 Prozent. Dieses Ergebnis will Marlene Svazek verbessern.

Stronach als größte Konkurrenz

Hauptgrund für die blauen Einbußen 2013 war die Konkurrenz durch die neue Partei Frank Stronachs: Sie holte sich in Niederösterreich 9,8 Prozent (fünf Mandate), in Kärnten 11,2 (vier Mandate), in Salzburg 8,3 (drei Mandate) und in Tirol 3,4 (nicht im Landtag) – zusammen 165.126 Stimmen, die heuer “am Markt” sind. Die meisten davon dürften zur FPÖ wandern, auch wenn Ex-Stronach-Proponenten teilweise mit eigenen Listen antreten. In Kärnten kann die FPÖ auch noch mit einem guten Teil der 20.745 Stimmen (6,4 Prozent) rechnen, die 2013 an das BZÖ gingen.

In Tirol sind zwar vergleichsweise wenig “Frank”-Stimmen – nur 10.637 bzw. 3,4 Prozent – am Markt, aber dafür haben zwei 2013 erfolgreiche ÖVP-Abspalter stark an Bedeutung verloren: Die von Fritz Dinkhauser gegründete Liste brach zwar schon bei der vorigen Wahl massiv ein (auf 5,6 Prozent bzw. 17.785 Stimmen), dürfte aber heuer noch weiter schrumpfen.

Stronach-Erbe in Landesregierungen offen

Beerben könnte die FPÖ das Team Stronach auch in Landesregierungen: In Niederösterreich kann sie auf den Landesratsposten hoffen, den das Team Stronach 2013 dank Proporz bekam. In Salzburg (wo “Frank” von 2013 bis 2015 Koalitionspartner von ÖVP und Grünen war) könnte nach der Wahl – bei entsprechenden Mehrheitsverhältnissen – ebenso Schwarz-Blau etabliert werden wie in Kärnten (wo das Team Stronach einen Proporz-Landesrat holte). In Tirol ist das Team Stronach zwar weder im Landtag noch in der Landesregierung, aber auch dort ist Schwarz-Blau – wenn sich Schwarz-Grün nicht mehr ausgeht – nicht ausgeschlossen.

(APA)

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