Frauenpower siegt bei Song Contest in Lissabon

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In Lissabon regiert die Frauenpower. Zwei Sängerinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, liefern sich beim Finale des Eurovision Song Contest bis zur letzten Minute ein Kopf-an-Kopf-Rennen – wie schon zuvor bei den Buchmachern. Am Ende macht Netta aus Israel das Rennen. Und für Österreich erringt Cesar Sampson mit “Nobody But You” einen herausragenden 3. Platz.

Ausgeflippt, bunt, ja schrill ist die heurige Gewinnerin Netta. Und sie singt energisch gegen Männer an, die Frauen unterdrücken oder ausnutzen wollen. “I’m not your toy!”, lautet der Refrain ihres K-Pop-Songs (Ich bin nicht Dein Spielzeug) – aber als die 25-Jährige begreift, dass sie gegen Eleni Foureira aus Zypern das Rennen gemacht hat, kommen auch der Powerfrau die Tränen. Die andere, die feurige Foureira im Glitzer-Catsuit, die mit dem Dance-Popsong “Fuego” die ESC-Bühne rockte, hat das Nachsehen.

Netta: “Diversität zelebrieren”

“Der Sieg bedeutet, dass wir die Unterschiede zwischen uns akzeptieren und Diversität zelebrieren”, jubelt die grell geschminkte Netta in ihrem pink-roten Outfit, mit dem sie mutig ihre Kurven zur Schau stellt. Ihr Song passt geradezu perfekt in die derzeitige #MeToo-Debatte. Später sagt sie: “Ich denke, dass Authentizität ganz wichtig ist.” Die Fans können es kaum fassen: “Israel, Israel”, rufen sie immer wieder und schwenken ihre Nationalflagge. Und dann “Netta, Netta!” Die “Eleni, Eleni”-Rufe verhallen hingegen.

Österreich beim Song Contest auf Rang 3

Zunächst hatte es zwischenzeitlich aber sogar nach einem möglichen österreichischen Sieg ausgesehen, konnte Cesar Sampson doch die Wertung der Jury mit 271 Punkten klar für sich entscheiden. So ging der 34-Jährige von Platz 1 aus in die Publikumswertung, die nun das dritte Jahr in Folge getrennt von den Jurys bekanntgegeben wird. Dank 71 Punkten aus der Publikumswertung, was bei den Zuschauern Rang 12 entsprach, landete Sampson schließlich auf dem 3. Platz – zwei Punkte vor Deutschlands Michael Schulte, der sich über einen 4. Platz freuen kann.

Gastgeber Portugal wird letzter

Während die einen feiern, herrscht bei anderen Trauer. Viele bulgarische Fans, die auf einen Sieg des vom Produzentenkollektiv Symphonix International unter Beteiligung von Cesar Sampson gestalteten Beitrags “Bones” von Equinox gehofft hatten, brachen in Tränen aus, als ihr Land nur den 14. Platz belegt. Auch bei den zypriotischen Fans wird es still. Gastgeber Portugal landet sogar auf dem letzten Platz. Einige Zuschauer, die in Anlehnung an den Look von Claudia Pascoal pinkfarbene Perücken getragen hatten, zogen sich bedrückt die Haarpracht vom Kopf.

Show vereinte unterschiedlichste Musik- und Modestile

Auch Slowenien wagt sich mit einer nicht alltäglichen Frisur auf die Bühne, Lea Sirk tanzt mit rosa-schwarz gefärbter Mähne auf der imposanten ESC-Bühne. Die dänischen Wikinger, die ungarischen Hardrocker, die Operndiva aus Estland mit XXL-Ballkleid samt Projektionsfläche, der freche Lausbub mit Hosenträgern und Rucksack aus Tschechien: Die Show hatte etwas für jeden Geschmack und vereinte die verschiedensten Musik- und Modestile.

(APA/dpa)

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