Fünf heimische Banken bei Stress gut aufgestellt

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Die EZB führte den Stresstest durch
Die EZB führte den Stresstest durch
Fünf der sechs von der EZB geprüften österreichischen Banken sind auch im Stressszenario gut aufgestellt. Erste Group, Raiffeisen Zentralbank, BAWAG P.S.K., RLB Oberösterreich und RLB Niederösterreich bleiben deutlich über der Mindesterfordernis von 5,5 Prozent Kapital. Wenn sich die Wirtschaft so entwickelt wie erwartet, sind diese Institute ebenfalls ausreichend kapitalisiert.


Durchgefallen im Stresstest ist lediglich die ÖVAG, die ohnehin rasch abgewickelt werden soll. Sie hatte zwar Ende 2013 11,5 Prozent Eigenkapital, wovon die EZB auch 10,3 Prozent anerkennt. Aber schon unter normalen konjunkturellen Bedingungen hätte die Bank Ende 2016 nur mehr 7,2 Prozent Eigenkapital und damit weniger, als die von der Aufsicht verlangten acht Prozent. Im Stressfall fiele das Eigenkapital auf 2,1 Prozent, erforderlich wären 5,5 Prozent.

Die Erste Group hatte Ende 2013 ein Eigenkapital von 11,2 Prozent, von der EZB wurden 10 Prozent nach der Überprüfung der Aktiva (Asset Quality Review) anerkannt. Selbst unter den Stressannahmen der EZB hätte die Bank Ende 2016 immer noch 7,6 Prozent Eigenkapital. Geht es der Wirtschaft gut, dann würde die Erste Group Ende 2016 nach EZB-Berechnung auf 11,2 Prozent Eigenkapital kommen.

Die Raiffeisen Zentralbank hatte Ende 2013 10,4 Prozent Eigenkapital, wovon 9,7 Prozent nach der Qualitätskontrolle der EZB anerkannt wurden. In der Krise bleiben der Bank 7,8 Prozent Eigenkapital, ohne Krise wären es Ende 2016 9,5 Prozent.

Die BAWAG P.S.K. startete mit 14,5 Prozent Eigenkapital Ende 2013, nach dem Asset Quality Review waren es immer noch 14,3 Prozent. Im Krisenszenario blieben 8,5 Prozent übrig, ohne Krise 11,9 Prozent.

Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLBOÖ) ist mit 11,4 Prozent in die Überprüfung gestartet, von denen die EZB 10,3 Prozent für gut befunden hat. Im Krisenfall blieben 7,9 Prozent, ohne Krise 11,3 Prozent.

Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien ist sogar mit 17,5 Prozent in den Test gestartet, wovon die EZB 16,9 Prozent als hochwertig anerkannt hat. Daher bleiben dem Institut auch im Krisenfall noch 11,8 Prozent Eigenkapital, ohne Krise sogar 17,2 Prozent.

“Die Ergebnisse liegen im Rahmen unserer Erwartungen. Auch die Zahlen für die ÖVAG kommen nicht überraschend. Insgesamt zeigt sich aber, dass Österreichs Banken in den vergangenen Jahren krisenfester geworden sind”, kommentierte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny die Ergebnisse. Für FMA-Vorstand Helmut Ettl zeigt die Bilanzprüfung, “wie wichtig und richtungsweisend die Strategie der nationalen Aufsicht war, die Eigenkapitalbasis der österreichischen Banken über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus zu stärken”. Sein FMA-Vorstandskollege Klaus Kumpfmüller verweist darauf, wie wichtig es gewesen sei, “dass die Restrukturierung bei den Österreichischen Volksbanken rasch und konsequent umgesetzt wird”. Dennoch dürfe man sich nicht zufrieden zurücklehnen, “die Banken müssen weitere Maßnahmen treffen, um die Eigenkapitalbasis und die Ertragskraft zu stärken”, schränkte OeNB-Vize-Gouverneur Andreas Ittner ein.

Für Erste-Group-Vorstand Andreas Treichl hat sein Haus sowohl den Bilanz-Check als auch den Stresstest “sehr gut bestanden”. Das Ergebnis beweise, “dass unsere Gruppe ausreichend kapitalisiert ist und wir in CEE auf das richtige Geschäftsmodell gesetzt haben”. Die slowakische Tochter Slovenska sporitelna habe einen eigenen Stresstest durchlaufen und diesen “mit sehr gutem Erfolg bestanden”: Das Eigenkapital nach dem Bilanztest (AQR) habe 19,5 Prozent betragen, im Stressfall seien es ebenfalls 19,5 Prozent Eigenkapital gewesen.

Auch RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner verweist darauf, dass sein Haus den Stresstest “klar bestanden” habe. Das belege “das robuste Geschäftsmodell” der RZB. Aus Sicht von RLB-Oberösterreich-Chef Heinrich Schaller hat die EZB seinem Haus “ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt”. Man sei nun die einzige oberösterreichische Bank mit “EZB-Gütesiegel”. Seit Anfang März seien rund 700 Finanzierungsfälle der Raiffeisenlandesbank OÖ auf ihre Werthaltigkeit geprüft worden.

Aus Sicht der BAWAG P.S.K. bestätigen die Ergebnisse “das geringe Bilanzierungsrisiko, das auf der hohen Qualität unserer Assets sowie der Ordnungsmäßigkeit unserer Bilanzierung auf Grund unserer Kreditrisikovorsorgen und Bewertung der Sicherheiten beruht”.

Die ÖVAG wiederum, die als einziges österreichisches Institut nicht bestanden hat, verweist auf den eingeleiteten Umbau des Spitzeninstituts in eine Bad Bank. Nun wird der Vorstand die Restrukturierungspläne konkretisieren, die ÖVAG in ihrer bisherigen Form hört Mitte 2015 auf zu existieren.

“Wir haben jetzt eine Gesundenuntersuchung gehabt, die ist gut ausgegangen. Das heißt noch nicht, dass ich damit einen Marathon laufen kann. Da muss ich weiter trainieren”. So fasste Notenbankdirektor Andreas Ittner die Ergebnisse der Stresstests für jene heimischen Banken zusammen, die bestanden haben. Dass die Volksbanken (ÖVAG) scheiterten, war schon vorweggenommen.

Ein überdurchschnittliches Risiko zeigte der Stresstest für die Österreicher im Vergleich zu anderen europäischen Banken nicht, betonte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Sonntag. Bei den Österreichern wog freilich das Osteuroparisiko schwerer. Andere Länder hatten andere Assetprobleme.

Bei der stressbedingten Reduktion des Kapitals – also beim simulierten Kapitalverzehr in einem Schockszenario – lägen die heimischen Banken mit im Schnitt vier Prozentpunkten nicht schlechter als die in anderen Staaten – etwa in Deutschland. “Wir sind hier im normalen Bereich”, befand OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny. Beim Kapitalwert sei man insgesamt etwas unter dem Euroschnitt, da die Kapitalquoten in der Ausgangslage niedriger waren.

Nowotny nannte die Bankentests eine “sehr harte Übung”. Sie wirke insgesamt deutlich vertrauensstärkend, sowohl auf europäischer Ebene als auch in Österreich. Es habe in Österreich keinen Fall gegeben, wo eine nachträgliche Korrektur einer schon bestehenden Bilanz erforderlich sei.

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